20 Flüchtlinge vor den Kanaren ertrunken

10. Oktober 2006, 13:28
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Boot zerbrach 200 Kilometer vor der Ferieninsel - Innenminister beraten über Grenzschutz

Las Palmas/Straßburg - Neue Flüchtlingstragödie bei den Kanarischen Inseln: 20 Afrikaner sind bei einem Bootsunglück im Atlantischen Ozean ertrunken. Wie die spanische Polizei am Donnerstag unter Berufung auf die Berichte von Überlebenden mitteilte, war ein Boot, mit dem die Flüchtlinge auf die Kanaren gelangen wollten, in zwei Teile zerbrochen. Elf Insassen des Bootes, darunter vier Minderjährige, konnten von einem südafrikanischen Frachter gerettet und nach Gran Canaria gebracht werden. Das Unglück ereignete sich über 200 Kilometer von der Ferieninsel entfernt.

Europarat mahnt zu Schutz der Menschenrechte

Der Europarat erinnerte wegen der nach Südeuropa strebenden Bootsflüchtlinge die Europäer an ihre Pflicht zum Schutz der Menschenrechte. Die 46 Mitgliedsländer der Organisation sollten die "massenweise Ausweisung" illegaler Einwanderer verbieten, hieß es in einer in Straßburg verabschiedeten Entschließung der parlamentarischen Versammlung des Europarates.

Die Inhaftierung von Flüchtlingen sollte "nur als letzte Möglichkeit und nur für eine kurze Zeit" erlaubt werden. Bemühungen sollten darauf abzielen, den Flüchtlingen "einen Verbleib in Europa zu ermöglichen und ihnen das Asylrecht zu garantieren". Betroffene Küstenländer wie Spanien und Italien sollten den Bootsflüchtlingen Unterkunft, Verpflegung und die erforderliche medizinische Versorgung gewähren, hieß es in der Entschließung.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen noch vor Ende des Jahres Maßnahmen zum Kampf gegen die illegale Immigration in Südeuropa beschließen. Die illegale Zuwanderung betreffe die gesamte EU, betonte der finnische Regierungschef und EU-Ratpräsident Matti Vanhanen in einem Schreiben an den spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero. Daher müsse die EU auch nach einer gemeinsamen Lösung für dieses Problem suchen.

Der EU-Ratspräsident schlug unter anderem vor, die EU-Grenzagentur Frontex zu erweitern und mit mehr Mitteln auszustatten. Außerdem solle die Zusammenarbeit mit den Herkunft- und Transitländern der "Illegalen" verbessert werden. (APA/dpa)

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