Schokolade aus Kamelmilch

25. Oktober 2006, 18:28
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Ein Tamsweger Konditor will den arabischem Markt für Süßigkeiten aufmischen: Das Trockenpulver kommt aus Dubai, in Wien erfolgt die Verarbeitung

Wien - "Schokolade mit Kamelmilch und jemenitischem Zedernholzhonig" - mit solchen und ähnlichen Süßigkeiten aus Kamelmilch will der Konditor Johann Georg Hochleitner aus Tamsweg (Salzburg) den arabischen Markt für Süßigkeiten aufmischen. Der innovative Zuckerbäcker importiert dazu Kamelmilchpulver aus Dubai, stellt die Rohschokolade in Wien gemeinsam mit der Firma Manner her und liefert die Masse dann wieder nach Dubai zur Veredelung zu Konfekt und Ähnlichem.

"Kooperationspreis"

Hochleitner wurde am Donnerstag für seine Innovation gemeinsam mit der Lebensmittelversuchsanstalt mit dem "Kooperationspreis" der Austrian Cooperative Research (ACR) ausgezeichnet. Auf die Idee mit der Kamelmilch kam der Konditor nach Versuchen mit Schafs-und Ziegenmilchschokolade. "Es stellte sich heraus, dass die Kamelmilch gegenüber Kuhmilch entscheidende Vorteile hat", so Hochleitner gegenüber der APA.

So enthält die Kamelmilch laut dem Experten 30 Mal so viel Vitamin C. Erstaunlicherweise wird die Milch der Wüstenschiffe auch von Menschen vertragen, die eine Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker haben, eine so genannte Lactose-Intoleranz. Das ist insofern erstaunlich, als die Kamelmilch wie praktisch alle Milchsorten sehr wohl Lactose enthält. Wieso sie dennoch vertragen wird, beschäftigt laut Hochleitner mittlerweile auch Uni-Institute.

Derzeit werden die fertigen Kamelmilch-Produkte vor allem im arabischen Raum vertrieben. Extra für diesen Zweck wurde in Dubai eine Trocknungsanlage für Kamelmilch eingerichtet. Ob die Köstlichkeit jemals nach Österreich und in die EU kommt, ist dagegen noch fraglich. "Noch sind einige behördliche Hindernisse zu überwinden", räumte der Konditor ein. (APA)

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