Tausendfüßer-Plage in Vorarlberg

11. Oktober 2006, 13:58
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Selbst der Einsatz von Raubmilben brachte nicht den gewünschten Erfolg

Bregenz - In der 300 Einwohner-Gemeinde Röns (Bezirk Feldkirch) kämpfen die Bewohner einiger Häuser weiter gegen eine Invasion von Tausendfüßern. Gegen das seit Jahren massenhafte Aufkommen der Tiere half bisher kein Mittel, selbst Experten sind ratlos. Auch der Einsatz von Raubmilben, der im Frühjahr gewisse Effekte zeigte, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sagte am Donnerstag der Biologe Klaus Zimmermann im APA-Gespräch.

Zimmermann vermutet, dass die Tausendfüßer in andere Regionen flüchteten, als ihre Eier von den Raubmilben angegriffen wurden. Neben den ursprünglich drei von den Tieren heimgesuchten Häusern seien nun drei weitere von der Plage betroffen, so der Biologe des Vorarlberger Naturkundemuseums "inatura". Eine der Familien versuche es weiter mit Raubmilben, auf dem Sektor der biologischen Schädlingsbekämpfung gebe es sonst nicht Neues gegen die Plagegeister. "Die Tausendfüßer hängen an den Wänden der drei Häuser, bevölkern die Terrasse, kriechen in jede Ritze", beschrieb im Frühjahr der Rönser Bürgermeister Anton Gohm die Situation.

"Extremkeule"

Als mögliches letztes Mittel könnte nun noch die "extreme Keule" zum Einsatz kommen - ein Fraßgift, bei dem aber erst sichergestellt werden müsse, dass keine anderen Tiere gefährdet seien, erklärte Zimmermann. Den Biologen haben zudem weitere Berichte von Tausendfüßer-Heerscharen erreicht, so soll es auch in Lauterach (Bezirk Bregenz) und im Kleinwalsertal vereinzelt zu einem Massenauftreten der Tiere gekommen sein.

Zimmermann will nun untersuchen, ob es sich immer um die selbe Tausendfüßer-Art handelt, Versuche anstellen und das Geschehen dokumentieren. "In der Literatur wird das Phänomen zwar beschrieben, eine Erklärung dafür wurde aber noch nicht gefunden", sagte der Biologe, der bedauert, "dass es so wenig wissenschaftliche Literatur dazu gibt". Zimmermann bemüht sich bereits seit längerem, die Universitäten für wissenschaftliche Untersuchungen zu gewinnen, bisher aber vergeblich. (APA)

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