"Ein 1:0 ist ein sehr gutes Ergebnis"

6. Oktober 2006, 20:02
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Gegen Liechtenstein ist für das ÖFB-Team ein Sieg Pflicht - Der Teamchef verliert daher keinen Gedanken an das Worst-Case-Szenario

Tschagguns - Für das österreichische Fußball-Nationalteam zählt am Freitag (18:00 Uhr/live ORF 1) im freundschaftlichen Länderspiel im Rheinpark-Stadion von Vaduz gegen Liechtenstein nur ein Sieg. Alles andere als ein voller Erfolg gegen die Kicker aus dem Fürstentum würde nicht nur das sechste sieglose ÖFB-Match in diesem Jahr bedeuten, sondern auch Teamchef Josef Hickersberger weiter unter Druck setzen.

Über die Möglichkeit eines Scheiterns gegen die Liechtensteiner, gegen die Österreich ins sechs Aufeinandertreffen sechsmal ohne Gegentor erfolgreich blieb, hat der Niederösterreicher nach eigenen Angaben aber nicht nachgedacht. "Ich muss mich darauf konzentrieren, dass die Mannschaft gut vorbereitet in das Spiel geht. Mit dem Worst-Case-Szenario beschäftige ich mich nicht, denn das lenkt mich nur von meiner Aufgabe ab", erklärte Hickersberger, gab aber dazu, dass er eine Anspannung und gewisse Nervosität verspüre.

Der Teamchef bezeichnete die Ausgangslage als "interessante Situation. Unser Ziel ist klar: Wir wollen gewinnen und den ersten Sieg in diesem Jahr feiern. Dennoch herrscht in der Mannschaft Ruhe und eine gewisse Gelassenheit. Aber am Freitag wird jeder mit Leidenschaft und Herz ins Spiel gehen, denn ganz Österreich erwartet, dass wir eine Leistung bringen, die in Ordnung ist", sagte der 58-Jährige.

Die Österreicher wollen gegen Vaduz schnell für klare Verhältnisse sorgen. "Wir müssen Druck machen, über außen kommen und viele Bälle in den Strafraum bringen, denn dort haben wir gefährliche Spieler." Der Nationalcoach wünscht sich zwar einen klaren Erfolg, wäre aber auch schon mit einem knappen Sieg zufrieden. "Wenn wir 1:0 gewinnen, ist das für uns in unserer derzeitigen Situation ein sehr gutes Resultat."

Das Spiel gegen Liechtenstein sieht Hickersberger als Match, in dem man nicht viel gewinnen, aber viel verlieren kann. "Es wäre leichter, gegen einen Gegner wie Brasilien zu spielen, weil da die Erwartungen ganz anders sind. Die dankbarste Aufgabe wären derzeit wahrscheinlich die Italiener. Sie sind Weltmeister, aber selbst eine Weltmeister-Mannschaft hat Probleme, wenn sie an vier Positionen umgebaut wird."

Der Freitag-Kontrahent der ÖFB-Truppe ist zwar einige Klassen unter der "Squadra Azzurra" anzusiedeln, dennoch mahnte "Hicke" zur Vorsicht. "Im Fußball ist es so, dass man jeden Gegner respektieren muss, auch wenn er von der Papierform her schlechter ist." Der Teamchef wies auch auf das 2:2 der Mannschaft aus dem Kleinstaat nach 0:2-Rückstand gegen Portugal und auf das jüngste 1:3 in der EM-Qualifikation in Schweden hin.

"Die Liechtsteiner haben in Schweden eine gute Leistung geboten und bis 20 Minuten vor Schluss ein 1:1 gehalten. Das zeigt, dass eine gewachsene, routinierte Mannschaft am Werk ist. Außerdem haben ihre Spieler mehr Länderspiel-Erfahrung als unsere", betonte Hickersberger. "Aber ich habe weder Angst noch Furcht."

Ausgerechnet jene beiden aktuellen ÖFB-Kaderspieler mit den meisten Länderspielen drohen in Vaduz auszufallen. Martin Hiden laboriert an einem Reizerguss im Knie, Martin Stranzl macht eine Zehenentzündung im rechten Fuß zu schaffen. "Ich habe diese Probleme schon seit vier Wochen. Die Verletzung ist sehr schmerzhaft und wurde auch schon mit Cortison behandelt. Trotzdem habe ich mittrainiert, weil ich es wichtig finde, bei taktischen Einheiten dabei zu sein und auch den anderen Spielern zu helfen", meinte Stranzl, der "heimliche Kapitän". "Am Freitag werden wir schauen, ob ich überhaupt die Fußball-Schuhe anziehen kann." (APA)

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    "Wir wollen gewinnen und den ersten Sieg in diesem Jahr feiern. Dennoch herrscht in der Mannschaft Ruhe und eine gewisse Gelassenheit."

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