Rasinger kritisiert fliegendes Personal

25. Oktober 2006, 14:19
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Kleinaktionärsvertreter: Piloten sollten eher bei Kapitalerhöhung mitziehen und nicht letzte Investoren verschrecken - Personalabbau sei "eh sehr mild"

Wien - Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger hat am Donnerstag das Verhalten der Piloten und Flugbegleiter der Austrian Airlines (AUA) beim Arbeitskonflikt mit dem Vorstand als "kontraproduktiv" kritisiert. Die angedrohten Maßnahmen, die im Extremfall auch Streiks umfassen, seien "nicht nachvollziehbar" und "unverständlich", zumal sich die AUA in einer "sehr heiklen Phase" befinde. Damit würden auch noch die letzten Investoren der AUA verscheucht, sagte Rasinger.

Es wäre besser, wenn sich das AUA-Personal überlege, in welchem Ausmaß es bei der dringend notwendigen Kapitalerhöhung mitziehen werde, anstatt mit seinem Verhalten die letzten wenigen treuen Investoren zu vertreiben, meinte Rasinger. Vielmehr sollten das fliegende Personal demonstrieren, dass es zum Unternehmen stehe. Dieser Meinung seien auch einige Kleinaktionäre, die bei ihm zuletzt angerufen hätten.

Abbau versus Personalzuwachs

Der vom AUA-Vorstand geplante Personalabbau sei "eh sehr mild" und möglicherweise nicht ausreichend, da er über die natürliche Fluktuation laufen soll. Der Abbau von 350 Arbeitskräften sei weniger als der vierprozentige Personalzuwachs vom Jahr 2004 auf 2005.

Am letzten Dienstag hatte AUA-Chef Alfred Ötsch Verhandlungen mit Belegschaftsvertretern für Piloten und Flugbegleitern mangels Veränderungsbereitschaft für beendet erklärt und "einseitige Maßnahmen" angekündigt: Rund 350 AUA-Mitarbeiter sollen abgebaut werden, darunter offenbar 83 Piloten und 187 Flugbegleiter. Kündigungen seien nicht angestrebt, wurden aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Die vom Betriebsrat Bord angekündigte Urabstimmung unter dem fliegenden AUA-Personal über mögliche weitere "Maßnahmen" kann aus technischen Gründen erst frühestens Ende nächster Woche abgeschlossen sein. (APA)

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    foto: stansdard/christian fischer

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