Verstehen Sie Google?

13. Oktober 2006, 08:33
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Im Internet surfen kann praktisch jeder, aber wer weiß schon was URL bedeutet - Alte Erkenntnis: Fachjargon schafft Snobismus

Laut einem Bericht der BBC konnte eine Studie von Nielsen/NetRatings belegen, dass Briten zwar begeisterte Konsumenten von HiTech-Produkten und intensive Nutzer von neuen Anwendungen sind, aber in den meisten Fällen mit den Begriffen dieser Technologien nichts anfangen können. Obwohl sich die Untersuchungen auf unsere europäischen Mitbürger von der Insel handelt, dürften die Ergebnisse en gros auch auf die User hierzulande zutreffen.

Auf der Leitung

Umso so erstaunlicher wirken die Ergebnisse, wenn man bedenkt, dass die befragten Menschen allesamt Internet benützen. So empfangen zum Beispiel 40 Prozent der Briten „news feeds“, 67 Prozent wussten hingegen nicht über den offiziellen Begriff Really Simple Syndication (RSS) Bescheid. Auch populärere Ausdrücke wie Wiki oder Podcasting sind für viele noch vollkommen bedeutungslos.

Industrie zu schnell

Geht es nach Alex Burmaster von Nielsen/NetRatings überschätzt die Industrie auf ihrem Weg immer ausgeklügeltere Produkte auf den Markt zu werfen, das Hintergrundwissen der Verbraucher und die Fähigkeit permanent neue Wortschöpfungen aufnehmen zu können.

ISP, MSM, VOIP

Akronyme scheinen die britischen Internet-Benutzer am schwersten zu fordern. Dass VoD Video on Demand heißt, wissen gerade einmal 25 Prozent der Befragten. IM als Abkürzung für Instant Messaging ist nur 43 Prozent bekannt. Vor allem sei die Industrie schuld an dieser "Akronymisierung". Die Entwickler scheinen Abkürzungen besonders zu lieben, so Burmaster.

Snobby

Selbst etablierte Wortschöpfungen wie Blogging oder Podcasting scheinen in ihrer Bedeutung fremd. Durch das Aufkommen dieses schnell wachsenden Fachjargons, kommt es auch zur Spaltung von Verbrauchern. Leute, die technische Ausdrücke in ihre Sprache einbinden, gelten schnell als Durchblicker, während der Rest an den Rand geschoben wird. Wirklich neu ist diese Form des Snobismus dann auch wieder nicht, denkt man zum Beispiel an Diskussionen zwischen Ärzten, Sportlern, Philosophen, Wissenschaftlern, Managern oder Geistlichen - die Liste nimmt kein Ende.(red)

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