Vranitzky: Chancen für Große Koalition positiv

5. Oktober 2006, 14:52
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Ex-Kanzler: Trotz Hürden - Erste Tage noch von Wahlkampftönen geprägt

Wien - Die Chancen für das Zustandekommen einer Großen Koalition bezeichnet Ex-Kanzler Franz Vranitzky (S) "bei allen Hürden als positiv". Im Radio-Mittagsjournal des ORF am Donnerstag sagte Vranitzky, die ersten Tage nach der Wahl seien noch von aufgebauten Wahlkampftönen geprägt, man müsse sich dann darauf einstellen, dass Koalitionsverhandlungen "hart geführt werden, dazu muss man Zeit investieren".

Die Spitzenverhandler wüssten natürlich auch, dass sie jahrelang politische Gegenspieler waren. "Um das in eine vernünftige Partnerschaft umzuwandeln, muss man nicht Busenfreund werden, aber ein Minimum an gegenseitigem Verständnis und Respekt einbringen". So seien zu seiner Zeit ÖVP-Vizekanzler Alois Mock und er selbst zwar "politisch sicher gegensätzlich" gewesen, trotzdem habe es eine tragfähige arbeitsfähige Partnerschaft gegeben.

Auch das Atmosphärische spiele dabei ganz sicher eine Rolle. "Man kann heute offen sagen, dass es Wolfgang Schüssel und Viktor Klima atmosphärisch nicht schaffen" konnten. Aus dieser Zeit sei auch der Eindruck der Großen Koalition als "Stillstand und Lähmung" entstanden.

Probleme würden natürlich auch beim Erarbeiten von Kompromissen auftreten. "Wenn jemand nach einer gebrochenen Vereinbarung aus der siebenten Reihe rausgeht und sagt, wir wurden über den Tisch gezogen. Leute auf die man sonst gar nicht hört, gehen an die Öffentlichkeit und leben damit ein paar Tage in den Medien". Damit müsse man rechnen. (APA)

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