Genf: Anschlagsdrohungen gegen Sitz der Vereinten Nationen

9. Oktober 2006, 16:16
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Sicherheitsvorkehrungen nach Warnung der Schweiter Behörden verschärft

Genf - Die Sicherheitsvorkehrungen am UNO-Sitz in Genf sind nach einer Anschlagsdrohung weiter verschärft worden. Besuche von nichtautorisierten Personen wurden laut Angaben der UNO am Freitag verboten.

Zudem sei der "Cour d'honneur", ein Hof im Innern des Palasts der Nationen, der normalerweise für Fahrzeuge von Diplomaten zugänglich ist, geschlossen worden, sagte UNO-Sprecherin Marie Heuzé.

Die Arbeiten des UNO-Menschrechtsrats, dessen Session am Freitag zu Ende ging, waren von den Maßnahmen jedoch nicht beeinträchtigt. Auch angekündigte Gruppenbesuche würden wie geplant stattfinden, sagte Heuzé.

Terrorwarnung

Nach einer Terrorwarnung des Schweizer Inlandsgeheimdienstes (DAP) waren die Sicherheitsvorkehrungen bereits am Donnerstag erhöht worden. Die Maßnahmen würden nun täglich überprüft und neu angepasst. Die UNO-Gebäude seien aber auch am Wochenende für berechtigte Personen zugänglich, sagte Heuzé.

Die Genfer Polizei hat seit Donnerstag Früh die Kontrollen an den Ein- und Ausgängen des Genfer UNO-Gebäudes verstärkt, zudem schützen es bewaffnete Polizisten und Polizeifahrzeuge. Die Präsenz der Polizei blieb jedoch am Freitag unauffällig.

Die Warnung vor einem möglichen terroristischen Anschlag war der UNO in Genf am Mittwoch vom DAP übermittelt worden. Die Gefahr eines Anschlags dauere bis zum Dienstag an, warnten die Behörden.

Laut den Behörden ist die Drohung nicht direkt gegen den Palast der Nationen ausgesprochen worden; es könnten auch andere UNO-Gebäude betroffen sein. Über die möglichen Hintermänner der Drohung herrscht Unklarheit.

In Genf arbeiten rund 30.000 Menschen für die UNO, internationale Organisationen oder UNO-Organisationen, die ihren Sitz in der Rhonestadt haben, wie zum Beispiel das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Seit dem Attentat gegen den UNO-Hauptsitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad im August 2003 mit 21 Toten hat die UNO ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Allein in Genf wurden dafür umgerechnet 19 Millionen Euro investiert. (APA/sda)

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