"Nur so lange leben, wie ich einigermaßen gut drauf bin"

8. Oktober 2006, 12:00
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Keine 105 Jahre alt werden: Autorin Ingrid Noll erlebt das Alter ihrer Mutter, um die sie sich kümmert, als Abhängigkeit

Hamburg - Die Krimiautorin Ingrid Noll will auf keinen Fall so alt werden wie ihre Mutter - nämlich 105 Jahre. "Ich möchte nur so lange leben, wie ich einigermaßen gut drauf bin", wird sie in der Wochenzeitung "Die Zeit" zitiert. "Ich will nicht abhängig sein, mir widerstrebt das."

Ihre Mutter lebt seit 15 Jahren bei ihr und ihrem Mann. "Ich stehe um sieben Uhr auf ... um acht bringe ich meiner Mutter das Tablett mit einem in Stücke geschnittenen Brot, Kaffee und den Tabletten."

Früher habe sie kein liebevolles Verhältnis zu ihrer Mutter gehabt: "Es war eher distanziert, früher habe ich die fehlende Herzlichkeit manchmal vermisst. Ich bin ganz anders als sie, ich bin eher die Glucke. Meine Mutter ist eine Lady."

Die Körperpflege übernimmt ein Pflegedienst. "Als Kind habe ich meine Mutter nie nackt gesehen, diese Grenze möchte ich bewahren, so gut es geht."

Die 71-jährige Schriftstellerin ("Die Apothekerin") ist seit fast 50 Jahren verheiratet. Ein wenig Distanz sei das Geheimnis ihrer Ehe, sagte sie: "Wir haben jeder ein eigenes Zimmer." Man müsse sich problemlos aus dem Weg gehen können. Das Paar hat drei Kinder; Ingrid Noll veröffentlichte ihr erstes Buch erst, als die Kinder aus dem Haus waren. (APA/AP)

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