Solana hält Verhandlungslösung noch für möglich

6. Oktober 2006, 18:33
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Sechs Außenminister beraten in London über Atomstreit

Paris - Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hält eine Verhandlungslösung im Atomstreit mit dem Iran weiter für möglich. "Die Tür für Gespräche ist und bleibt geöffnet", sagte Solana Freitag Früh in Paris. Die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland wollten sich später (18.00 Uhr) in London treffen, um über das weitere Vorgehen im Konflikt zu beraten. Dabei sollte auch eine Einleitung von Sanktionen erörtert werden.

Nach den bisher weitgehend ergebnislosen Gesprächen des EU-Chefdiplomaten Solana mit dem iranischen Unterhändler Ali Larijani ist der Ruf nach einem härteren Vorgehen lauter geworden: Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry erklärte am Donnerstag in New York, er erwarte, dass der Sicherheitsrat in der kommenden Woche über eine Resolution mit Sanktionen gegen Teheran beraten werde, da der Iran die Urananreicherung nicht wie gefordert ausgesetzt habe.

"Wir haben endlose Stunden verhandelt", sagte Solana in Paris. Aber beim zentralen Punkt, dem Stopp der Urananreicherung, habe man keine Einigung erzielt. Dennoch halte er eine diplomatische Lösung für die einzig gangbare. Die Sechser-Gruppe müsse nun entscheiden, "ob die Zeit gekommen ist, die zweite Option zu ergreifen: Das heißt, die Frage vor den UN-Sicherheitsrat zu schicken." Dort könnten Sanktionen gegen den Iran beschlossen werden.

Die US-Regierung hatte der Regierung in Teheran noch bis zum Wochenende Zeit gegeben, ihre Meinung zu ändern. Zur Sechser-Gruppe gehören die fünf UN-Vetomächte Frankreich, Großbritannien, USA, China und Russland sowie Deutschland. (APA/AP)

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