Militärregierung will mit muslimischen Separatisten reden

16. Oktober 2006, 08:31
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Neuer Anlauf zur friedlichen Lösung der Unruhen im Süden

Bangkok - Thailands Militärregierung will einen neuen Anlauf zur friedlichen Lösung der Unruhen im muslimischen Süden des Landes nehmen. Das sagte Armeechef General Sonthi Boonyaratglin, der die zivile Regierung von Premierminister Thaksin Shinawatra am 19. September gestürzt hatte, am Donnerstag in Bangkok. Separatisten kämpfen dort für mehr Eigenständigkeit. "Wir werden mit ihnen reden", sagte Sonthi.

Die Regiereung Thaksin hatte vergeblich versucht, die drei Unruheprovinzen mit hartem Durchgreifen in den Griff zu bekommen. Sie verhängte vor einem Jahr das Ausnahmerecht. Damit können Verdächtige ohne Angaben von Gründen festgenommen werden.

In den Provinzen Narathiwat, Pattani and Yala sind in den vergangenen zwei Jahren mindestens 1.700 Menschen ums Leben gekommen. Das Gebiet war früher ein eigenständiges islamisches Sultanat und wird seit 1902 direkt von Bangkok aus regiert. 80 Prozent der Einwohner sind Muslime. Insgesamt sind mehr als 90 Prozent der Thailänder Buddhisten. (APA/dpa)

Die Putschisten hatten am vergangenen Sonntag den pensionierten General Surayud Chulanont als neuen Premierminister vorgestellt. Er soll die Amtsgeschäfte bis zu Neuwahlen Ende nächsten Jahres führen. (Schluss) hf

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