Vor Raumsprays und Duftölen wird gewarnt

29. Juni 2000, 11:35

Die Folgen reichen von Kopfschmerzen bis Durchfall

Hamburg - Der Wohlgeruch, den die Raumsprays, Duftgele und Aromaöle verbreiten, täuscht ein wenig über die Gefahren hinweg, die sie für manche Menschen bedeuten. In der deutschen Zeitschrift Vital warmen Fachleute vor den unerwünschten Nebenwirkungen. Besonders betroffen davon seien AllergikerInnen und Schwangere, so ExpertInnen.

WissenschaftlerInnen der Universität von Bristol haben in einer Untersuchung mit 14.000 Schwangeren festgestellt, dass Frauen, die regelmäßig Produkte zur Luftverbesserung benutzen, deutlich häufiger unter Kopfschmerzen und postnatalen Depressionen litten als eine Vergleichsgruppe, die seltener künstliche Düfte ausgesetzt war. Auch Babys, die den Düften ausgesetzt waren, litten unter Ohr-Infektionen und Durchfall.

Ursache für Allergien

ÄrztInnen warnen aber besonders AllergikerInnen vor den Luftverbesserern. Darin enthaltenen Duft- und Aromastoffe kommen als Ursache für Allergien in Frage. "Menschen, die gegen Pollen allergisch sind, und Asthmatiker sind durch ätherische Öle gefährdet, da sie häufig zu Allergien führen können", sagt Beatrix Tichatschek, Geschäftsführerin des Allergiezentrums Wien West. Sprays würden in Österreich nicht so häufig verwendet werden. Besondere aufmerksam sollten AllergikerInnen jedoch bei verschiedenen natürlichen Duftölen sein. Zimt und Zimtöl enthalten Perubalsam, der durch Einnahme und Inhalation allergische Reaktionen hervorrufen könne, so die Ärztin. "Auch bei Bergamottöl, einem häufig verwendeten Duftöl, kann es zu Kontaktallergien kommen", so die Ärztin.

Inhaltsstoffe würden in Allergielabors meist nicht analysiert, aber ätherische Öle gelten vielfach als potenzielle Allergieauslöser, so Tichatschek. Doch sei es eher unwahrscheinlich, dass Kleinkinder auf diese Stoffe reagieren, da die Konzentrationen zu gering seien. Ausnahmen bilden jedoch asthmatische Kinder, bei denen große Vorsicht geboten sei. Dort könnten fremde Stoffe immer zu asthmatischen Reaktionen führen, meint die Spezialistin.

Bei Aromen sei für AllergikerInnen die reine Natur oft problematischer als der Stoff aus dem Chemielabor. Synthetischen Substanzen fehlten oft die typischen allergenen Wirkungen, so der Vital Report. ExpertInnen empfehlen daher, Duftkerzen, Aromalampen und elektrische Verdunster nur zu besonderen Gelegenheiten beziehungsweise nur zu therapeutischen Zwecken einzusetzen. (ww/vital/pte)

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