Brutaler Polizeieinsatz in Pariser Vorort

24. Oktober 2006, 13:04
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Hundert Beamte für eine Festnahme - Bewohner geschlagen

Paris - Bereits am Mittwoch hat ein Großeinsatz der französischen Polizei in einem Pariser Vorort hat wegen gewaltsamer Übergriffe Empörung bei den dortigen Bewohnern ausgelöst. Rund hundert Beamte stürmten am Mittwoch im Morgengrauen mehrere Wohnungen in Les Mureaux westlich der Hauptstadt, um mutmaßliche Teilnehmer von Angriffen auf Polizisten vom Sonntag zu fassen.

Bei der Aktion, an deren Ende eine einzige Festnahme stand, seien er und sein Bruder von den Polizisten auf den Boden geworfen und mit Füßen getreten worden, erzählte der 17-jährige Adama. Er hatte einen Bluterguss im Gesicht, der angeblich von einem Schlagstock stammte. Ähnliche Anschuldigungen gab es von anderen Familien aus dem Sozialwohnungsviertel, bei denen es "irrtümlich" Hausdurchsuchungen gab.

Untersuchung zu dem Einsatz angekündig

Die Polizei hatte die Aktion auf der Suche nach fünf Verdächtigen gestartet. Sie sollen an den Angriffen auf Beamte vom Sonntag teilngenommen haben, bei denen ein Polizeiauto in Flammen aufging und sieben Polizisten verletzt worden waren. Presse und Rundfunk waren von der Durchsuchungsaktion am Mittwoch in der "Cité des Musiciens" verständigt worden, die vor knapp einem Jahr ein Brennpunkt bei den Vorstadtunruhen in Frankreich gewesen war. Die Polizeiführung im Département Yvelines kündigte eine Untersuchung des Einsatzes an. (APA)

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