Trainerlob für Vanek zum Auftakt

11. Oktober 2006, 14:23
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Buffalo Sabres schlagen Stanley Cup-Sieger Ca­rolina Hurricanes aus­wärts - Vanek vergab Penalty, Ruff mit De­fensive zufrieden

Raleigh/North Carolina - Die Buffalo Sabres waren ein undankbarer Gast bei der großen Stanley-Cup-Feier der Carolina Hurricanes. 18.840 Zuschauer im ausverkauften RBC Center von Raleigh/North Carolina waren am Mittwoch bekommen, um den Champion zum Auftakt der neuen NHL-Saison bei der Pokal-Präsentation noch einmal groß zu bejubeln. Nach spannenden 65 Minuten und einem Penaltyschießen flogen allerdings die Sabres mit dem österreichischen Eishockey-Export Thomas Vanek mit einem 3:2-Sieg n.P. und zwei Punkten nach Hause.

Ruffs Vorgaben erfüllt

Für den 22-jährigen Stürmer gab es zwar keine Scorer-Punkte, dafür Trainer-Lob für seine Leistung. Denn Vanek blieb zwar im Abschluss ohne Glück, konnte keine seiner drei Chancen nützen und vergab auch im Penalty-Schießen seinen Versuch, erfüllte aber die Vorgaben von Lindy Ruff, sein Defensiv-Spiel zu verbessern. Vanek kam im Unterschied zum Vorjahr auch in Unterzahl aufs Eis und machte dort seine Sache gut. "Er hat ein gutes Spiel gemacht und hatte ein gutes Penalty-Killing. So wie in der Vorbereitung. Er wird damit noch viel Erfolg haben", erklärte Ruff.

Der Trainer, der Vanek im Playoff der Vorsaison noch oft auf die Tribüne gesetzt hatte, bekam zumindest zum Auftakt, was er von seinem großen Talent sehen wollte. Entsprechend erfreut war auch Vanek. "Mit einem Sieg zurück fliegen ist ein super Erfolg, ein guter Anfang. Denn Carolina hat auch heuer wieder ein starkes Team", sagte der Flügelstürmer, der auch persönlich positiv bilanzierte. Dass er mit Center Jiri Novotny (23) und Jason Pominville (23) in der Youngster-Linie nur im dritten Sturm zum Zug kam, fiel da nicht ins Gewicht, baute Ruff doch ohnehin intensiv auf drei Sturmreihen.

"Eine gute Partie, vorne auch Chancen"

"Ich hatte eine gute Partie, vorne auch Chancen, die sind aber leider nicht hinein gegangen. Ich habe im Sommer hart gearbeitet, ich wusste, dass ich mich defensiv verbessern muss", so Vanek, der in der Vorbereitung erstmals die Rolle in Unterzahl zugeteilt bekommen hatte und Gefallen daran gefunden hat. "Ich hoffe, ich komme da weiter dran. So bleibt man leichter im Spiel. Ohne Penalty-Killing hat man sonst oft lange Pausen."

Dabei sah es zu Beginn gar nicht gut aus für die Sabres. 20 Minuten lang saßen sie vor der Partie in der Kabine, während die Halle bei der Präsentation des erfolgreichen Carolina-Teams tobte. Vielleicht dachten einige dabei zurück an den 1. Juni, als Carolina im entscheidenden siebenten Spiel des Conference-Finales mit einem 4:2-Erfolg gegen Buffalo den Einzug in die Endspielserie um den Stanley Cup perfekt gemacht hatte. Auch im ersten von vier Duellen dieser Saison war den Gästen die Rolle als Nebendarsteller zugedacht, und zunächst schien es auch so.

Verschlafener Start der Sabres

Denn der Titelverteidiger nahm die Euphorie auf den Rängen mit in die Partie und wirbelte durch die Reihen der Sabres. "Im ersten Drittel sind wir langsam rausgekommen. Wir waren lange in der Kabine und haben den Start ein bisschen verschlafen", gestand Vanek. 11:1 an Schüssen für die Hurricanes lautete die Anfangsbilanz, doch in Führung gingen die Sabres durch Pominville (10.). Nachdem Staal (15.) und Cole (33./PP) der Partie eine Wende gaben, gelang Drury (36.) für die mit Fortdauer der Partie stärker werdenden Sabres der Ausgleich.

Beide Buffalo-Treffern wurden unhaltbar für Torhüter Cam Ward abgefälscht. Ansonsten ließ sich der junge Schlussmann, wertvollster Spieler des Playoffs, nicht bezwingen. Auch nicht von Vanek, der in der 25. und 29. Minute scheiterte und nach 52 Sekunden der Verlängerung den Siegestreffer auf dem Schläger hatte, aber alleine vor Ward den Puck nicht ins Tor brachte. Auch im Penaltyschießen blieb Ward Sieger im Zweikampf. Der Auftrag war, auf die Stockhand-Seite zu gehen, Vanek nimmt aber sonst gerne die andere. Ward parierte mit einem Reflex, so blieb der erste Sabres-Versuch von Kapitän Daniel Briere auch der einzig erfolgreiche.

Damit haben die Sabres die Vorfreude auf das Saison-Heimdebüt am Freitag gegen die Montreal Canadiens weiter angeheizt. Die Stimmung ist seit Wochen "positiv, die Fans sind schon heiß und froh, dass es los geht", erklärte Vanek. Immerhin wurden in Buffalo 14.500 Saisonkarten und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr verkauft, allein zur Präsentation der neuen Trikots in blau und gold waren an einem Samstag Vormittag rund 10.000 Fans in die HSBC Arena gekommen.(APA)

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    Cam Ward und Tim Gleason stoppen Vanek in Kooperation.

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