Weniger Karies durch Quecksilber im Mund?

29. Juni 2000, 11:19

Ersten Ergebnissen wird noch nachgegangen

Greifswald - Georg Meyer, Direktor der Uniklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Kinderzahnheilkunde, stellte in Bologna auf der europäischen Jahrestagung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Zahnerhaltung seine prämierte Präsentation "Anaerobe Mikroflora unter Kunststoff- und Amalgamfüllungen" vor.

Wenn auch die in Italien vorgestellten Ergebnisse noch auf einer recht geringen Zahl von Fällen fußen, dürften sie doch auch für Laien interessant sein. "Eindeutig zeigte sich", so Meyer, "dass unter modernen Kunststofffüllungen vor allem im kaubelasteten Seitenzahnbereich in erheblich höherem Maße mit dem Wachstum unterschiedlichster Bakterien und somit kariöser Zerstörung zu rechnen ist als unter vergleichbaren herkömmlichen Amalgamfüllungen." Jetzt sind klinische Untersuchungen auf breiter Basis gefordert. Dazu könnte sich das Greifswalder Projekt der Community Medicine/Community Dentistry eignen.

Sollten sich die vorgestellten Ergebnisse bestätigen, dann, so die Greifswalder Zahnärzte, "würde dies bedeuten, dass die bisher bekannten und in der Zahnarztpraxis angewendeten Amalgamersatzmaterialien ihr Ziel langfristig nicht erreichen können." Meyer geht noch weiter: "Folgt man der modernen Auffassung von Karies als lokaler bakterieller Infektionserkrankung, so scheinen Kunststoffe für Zahnfüllungen unter bestimmten Bedingungen diese Infektion zu begünstigen, während Amalgam und einige Zemente ein Bakterienwachstum eher verhindern." (idw/pte)

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