Airbus-Krise stellt auch A350 in Frage

19. Oktober 2006, 19:21
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Mitten im Debakel um den Super-Jumbo A380 könnte es bei einem weiteren Milliarden-Projekt zu Problemen kommen

Hamburg - Nach den immer neuen Problemen beim Riesen-Airbus A380 hat EADS-Co-Chef Thomas Enders Zweifel an einem weiteren Milliardenprojekt geäußert. Auf die Frage, ob es auch sein könnte, die Entwicklung des mittelgroßen Langstreckenfliegers A350 XWB nicht zu starten, sagte Enders der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) laut Vorabmeldung: "Das kann ich nicht ausschließen. Angesichts der schwierigen Situation, in der wir uns jetzt befinden und der Tragweite der A350-Entscheidung kann es keinen Automatismus geben."

Enders deutete demnach in dem Interview an, dass der Gesamtkonzern gefährdet wäre, wenn es beim A350 ähnliche Probleme gäbe wie beim A380. Daher müsse die Entscheidung sorgfältig geprüft werden. Das aktuelle A350-Konzept sei überzeugend und die Reaktion der Fluggesellschaften positiv. "Aber natürlich müssen wir für einen Programmstart Konzept und Ressourcen in Einklang bringen", sagte der deutsche Manager. Airbus hatte im Sommer den A350 XWB vorgestellt, nachdem Kunden an den ursprünglichen Plänen für die Maschine massive Kritik geübt hatten.

Zur aktuellen Krise um den Superjumbo A380 sagte Enders: "Der A380-Zeitplan war von Anfang an ambitioniert und aus heutiger Sicht vielleicht auch unrealistisch." Die Krise biete auch Chancen. EADS und Airbus könnten jetzt Tabuthemen angehen. Hierzu gehöre die politisch gewachsene Standortstruktur und Doppelkapazitäten. "Es wird tiefe Einschnitte geben, Airbus braucht die Veränderung." (APA/AP/dpa)

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    Airbus steckt mitten in der Krise, da macht sich der deutsche EADS-Co-Chef Gedanken über das nächste Projekt.

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