Nicht nett und artig, aber kritisch

4. Oktober 2006, 20:06
posten

Künstlerisch und alternativ, so werden die WUK-Kinder erzogen und unterhalten

Wem das zu erwachsen klingt, der kann beruhigt aufatmen: "Ich spiele gerne in der Kindergruppe und ich bin auch gerne in der großen Sandkiste. Ich male gerne, ich bastel gern, ich rutsche gern, ich schaukel gern," zählt die fünfjährige Marlene Baumann auf. Einen großen Vorteil hat sie aber gegenüber anderen Kindern, mit denen sie die gleichen Leidenschaften teilt: "Wenn wir ins Theater gehen, brauchen wir nur rüberlaufen." Rüberlaufen in die Museumssäle, wo die meisten Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche stattfinden. Denn selten befindet sich ein Kindertheater vor der Schultüre.

Die WUK-Kinderkultur ist ein Veranstalter mit der Auflage, dass "nicht alles lieb und nett und artig ist, sondern auch kritisch", sagt Saskia Schlichting, zuständig für die Kinderkultur-Reihe. "Die Ideen des Hauses" (Schlichting) vertretend, also. Die hauseigenen Kindergruppen machen allerdings kein Bühnenprogramm, die Stücke werden von externen Gruppen aufgeführt. In den Literaturwochen beispielsweise kommen aufmüpfige Kinder auf ihre Kosten: "Prinzessin Rotznase" von Martin Auer wird unter anderen gelesen. (red / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2006)

Share if you care.