"Wollen selbst Geld aus Brüssel holen"

20. Oktober 2006, 15:23
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Arge Alpen-Adria soll als Projektkoordinator aufgewertet werden

Klagenfurt – In Zeiten der EU-Osterweiterung ist es etwas still geworden um die Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria. Dabei galt die seit 1978 bestehende Arge lange als Modellversuch einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit über nationale und ideologische Blöcke - und über den damals noch die beiden Hälften Europas trennenden Eisernen Vorhang hinweg.

Heute hat sich die Aufgabenstellung der Arge, die 14 Regionen von Österreich, Slowenien, Friaul-Julisch-Venetien bis Kroatien und Ungarn umfasst wesentlich geändert. Man will jetzt als Koordinationsstelle für EU–Projekte in diesem gemeinsamen Raum fungieren. Das sagte der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft, Hellwig Valentin, bei einer Alpen-Adria Fachkonferenz in Velden am Wörthersee: "Bis jetzt wurde das Arge-Netzwerk für die Entwicklung und Umsetzung von Interreg-Projekten genutzt, jetzt wollen wir selbst das Geld aus Brüssel für innovative Ideen holen."

Damit würde auch das Generalsekretariat, das in Kärnten angesiedelt ist, enorm aufgewertet. Konkret geht es um rund 32 Millionen Euro, die die EU 2007 allein in Österreich für transnationale Projekte im Alpen-Adria-Raum lockermachen will.

Auf der Konferenz im Veldener Casineum diskutierte man vorerst über inhaltliche Schwerpunkte, die förderwürdig wären. Kärntens Agrarlandesrat Josef Martinz (ÖVP) sieht vor allem im Bereich der Alternativenergie Chancen: "Kärnten hat hier ein hohes Know-how. Italien ist an Bioenergie und Biodiesel interessiert. In Slowenien ist Biomasse das Zukunftsmodell für die Energieversorgung". Ungarn wiederum habe riesige Mais- und Rapsfelder. Martinz: "Unser Ziel ist es, unser Know-how mit diesen natürlichen Ressourcen im Rahmen neuer Interreg-III B-Projekte zu verbinden. Dazu sei es jetzt immer notwendiger, die Sprachbarrieren zu überwinden, sagt Peter Fercher von der Kärntner Alpen-Adria-Kommission. Politische Konflikte um zweisprachige Ortstafeln sind dabei allerdings nur hinderlich. (stein, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2006)

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