Kolportiert: Salinen-Generaldirektor Joszeffi tritt zurück

6. Oktober 2006, 10:23
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Haupteigentümer Androsch für Verkleinerung des Vorstands nach Abgang

Wien/Ebensee - Der Generaldirektor der Salinen Austria AG, Thomas Jozseffi (56), tritt zurück. Dies berichtet die "Presse" in ihrer Donnerstag-Ausgabe. "Ich habe vor wenigen Tagen den Aufsichtsrat informiert, dass ich mich mit Ende 2006 zurückziehe", zitierte die Zeitung den Manager, für den demnach "persönliche Gründe" ausschlaggebend gewesen sein sollen. Die endgültige Entscheidung und die Kür des Nachfolgers soll der Aufsichtsrat der Salinen AG am 25. Oktober treffen.

Im Umfeld der Salinen halten sich laut Zeitung hartnäckig Gerüchte, dass die langjährige Freundschaft mit dem Weggefährten und Partner Hannes Androsch einige Risse bekommen haben soll. In der "Presse" dementierte er aber: "Es ist weiterhin mein lieber Freund, ich muss seine Entscheidung respektieren." Dass Jozseffi nach seinem Rücktritt jetzt in die Politik wechseln könnte, dementierte dieser selbst mit den Worten: "Nein, eher nicht."

Zustimmung offen

Geht es nach Androsch, soll der Salinen-Vorstand nach Jozseffis Abgang von vier auf drei verkleinert werden. Der Industrielle und frühere SPÖ-Finanzminister ist mit 37,75 Prozent nicht nur größter Aktionär der Salinen, er stellt auch den Aufsichtsratspräsidenten. Ob auch der Salinen-Miteigentümer, die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, und deren Chef Ludwig Scharinger einer Vorstandsverkleinerung zustimmen wird, ist noch unklar.

Jozseffi war seit acht Jahren Generaldirektor der Salinen. Zuvor war Geschäftsführer der Androsch International Consulting (AIC) gewesen. Die früher staatlichen Salinen haben sich in seiner Amtszeit zu einem internationalen Player mit 80 Mio. Euro Umsatz entwickelt.

Vor einigen Tagen hatte Joszeffi in einem Zeitungsinterview ein Kostensenkungsprogramm angekündigt. Hintergrund ist, dass die Salinen heuer trotz Rekordumsatz und Rekordabsatz eines der schlechtesten Ergebnisse seit dem Neustart der Firma 1997 einfahren werden. Grund dafür war der strenge Winter, der zu einem Kapazitätsengpass und damit hohen Importkosten sowie zu Pönalen wegen Lieferverzögerungen geführt hat. Derzeit beschäftigen die Salinen an vier Standorten im Salzkammergut 400 Mitarbeiter. Um trotz Gewinneinbußen konkurrenzfähig zu bleiben, schloss Jozseffi einen Mitarbeiterabbau zuletzt nicht aus. An der geplanten Ausweitung der Kapazität in Ebensee um ein Drittel für rund 100 Mio. Euro hielt er aber fest. (APA)

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