Saudi-Scheich kauft Ringstraßen-Galerien

20. Oktober 2006, 15:23
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Scheich Al Jaber investiert wieder in Wien - Generali dürfte rund 65 Millionen Euro erlösen

Wien – Die JJA-Holding des saudi-arabischen Scheichs Mohamed Bin Issa Al Jaber, die erst kürzlich mit der Adaption eines Ringstraßenpalais zum Luxushotel "The Ring" in der Nähe der Staatsoper begonnen hat, hat gleich vis-à-vis davon nochmals zugeschlagen. Die Gesellschaft übernimmt von der "Ersten Wiener Hotel AG" die Ringstraßen-Galerien samt Tiefgarage mit 350 Stellplätzen. Das in dem Gebäude befindliche "Grand Hotel" befindet sich bereits im Besitz des Scheichs. Er hatte es 2002 von der japanischen Fluggesellschaft ANA gekauft. Die "Erste Wiener Hotel AG" in deren Besitz das Gebäude mit 6800 m2 Büro- und etwa 5800 m2 Geschäftsfläche war, war erst im Frühjahr 2005 von der Generali Immobilien AG erworben worden. Deren Immobilienvorstand Klaus Edelhauser bestätigt den Verkauf, "der allerdings noch in Durchführung ist". So ist etwa die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde noch ausständig. Feierlich finalisiert werden soll der Verkauf Mitte November, wenn der Scheich wieder in Wien ist.

Laut Edelhauser wurde ein Verkauf "der wertvollen und schönen Immobilie" nicht aktiv forciert, jedoch soll es für Generali ein sehr lukrativer Deal gewesen sein. Immobilienexperten schätzen den Wert der noblen Immobilie auf rund 65 Millionen Euro. Außerdem, so Edelhauser, bestehen zwischen JJW, der Mutter von JJA, und der Generali Immobilien enge, auch ausländische Geschäftsverbindungen im Bereich Aquisitionsvermittlung und Assetbetreuung. Dementsprechend wird die Betreuung des Hauskomplexes bei der Generali verbleiben, sagt Edelhauser. Das noble Einkaufszentrum, welches die mit ihm verbundenen Erwartungen laut Branchenbeobachtern nie so richtig erfüllt habe, hätte sich zuletzt "immer besser entwickelt", so Edelhauser.

Die Österreich-Tochter der JJW Hotels & Resorts, die JJA, besitzt in Österreich neben dem Grand Hotel und dem künftigen "The Ring" noch die Vier-Stern-Herberge Amarante. JJW investiert seit Ende der 80er-Jahre in Hotels der Vier-Sterne-Klasse sowie im Luxussegment. In rund 25 Jahren wurden über 40 Hotels in Europa und im Nahen Osten aufgekauft. Laut früheren Aussagen von Al Jaber wird Wien als Ausgangspunkt für weitere Expansionen in Richtung Osteuropa betrachtet. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2006)

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    Scheich Al Jaber erwarb die RingstraßenGalerien hinter der denkmalgeschützten Fassade des Palais Corso.

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