Chronologie: Die schwierige Geburt des A380

19. Oktober 2006, 19:21
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Mutterkonzern EADS seit Juni unter neuer Führung - Aktienkurs brach schon im Juni angesichts weiterer Lieferverzögerungen ein

Frankfurt - Die Einführung des neuen Airbus-Superjumbos A380 wird von immer neuen Lieferverzögerungen überschattet. Im folgenden ein kurzer Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Monate:

25. Juni 2005: Der Franzose Noël Forgeard und der Deutsche Tom Enders übernehmen die Führung des Airbus-Mutterkonzerns EADS.

August 2005: Erste Verzögerungen bei der Auslieferung der A380 werden bekannt, zunächst ist von voraussichtlich acht Monaten die Rede. Hauptsächlich ist der Erstkunde Singapore-Airlines davon betroffen.

September 2005: Nach Singapore Airlines soll auch Malaysia Airline System die erste A380 mehrere Monate später erhalten als geplant.

März 2006: Forgeard, seine Familie und weitere EADS-Manager verkaufen im größeren Stil EADS-Aktien. Enders übt keine Aktienoptionen aus.

26. März 2006: Die A380 besteht seinen ersten Evakuierungstest.

4. April 2006: Die Großaktionäre Lagardère und DaimlerChrysler kündigen eine Senkung ihrer Anteile an EADS an.

13. Juni 2006: EADS räumt weitere Lieferungsverzögerungen ein. Wegen Produktionsengpässen bei der Herstellung elektrischer Systeme sollen nach Angaben des Konzerns 2007 vermutlich nur neun Maschinen übergeben werden. Der ursprüngliche Zeitplan verzögert sich um sechs bis sieben Monate. Airbus drohen hohe Schadenersatzzahlungen und sogar Stornierungen.

14. Juni 2006: Die EADS-Aktie bricht zeitweise um 30 Prozent ein. Forgeard lehnt einen Rücktritt ab.

23. Juni 2006: Mitten in der schwersten Krise seit Jahren hebt der Flugzeughersteller Airbus die Listenpreise für seine komplette Modellflotte an.

2. Juli 2006: Forgeard und Airbus-Chef Gustav Humbert treten mit sofortiger Wirkung zurück. Nachfolger an der Doppelspitze neben Enders wird der Chef der französischen Bahn, Louis Gallois. Neuer Airbus-Chef wird Christian Streiff.

10. Juli 2006: Bei Airbus stürzen die Bestellzahlen ab.

14. Juli 2006: Enders erneuert die Kritik Forgeards an der Arbeit des Hamburger Airbus-Werkes. Dort wird die Verkabelung der Maschinen vorgenommen. Der EADS-Manager schließt auch weitere Verzögerungen nicht aus.

21. September 2006: EADS räumt weitere Lieferverzögerungen ein. Als Grund nennt das Unternehmen "anhaltende Schwierigkeiten" bei der Verkabelung.

3. Oktober 2006: Die Auslieferung der A380 verzögert sich nach EADS-Angaben ein weiteres Jahr. Airbus steht wegen der Produktionsprobleme ein drastisches Umstrukturierungsprogramm bevor. Der Mutterkonzern wird wegen der Krise über mehrere Jahre insgesamt 4,8 Mrd. Euro einbüßen. (APA/AP)

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