Hacker knackt Apples Kopierschutz für eigenes DRM-System

9. Juli 2007, 11:32
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FairPlay-Kopie verschafft Drittanbietern Zugang zum iPod

Das junge US-Unternehmen DoubleTwist Ventures arbeitet an einer Methode, mit der Apples Kopierschutzsystem FairPlay für Dritte geöffnet werden soll. Dies berichtet das Technikportal GigaOM. Hinter dem Unternehmen steht der Norweger Jon Lech Johansen, der in der Kopierschutz-Hackerszene unter dem Namen "DVD Jon" bekannt ist. Bereits vor zwei Jahren hat Johansen eine Umgehung des Apple-DRM-Systems gefunden, was jedoch eindeutig illegal war. Nun will er auf legalen Wegen bleiben.

Schlüssel wird benötigt

FairPlay verschlüsselt die Musikdateien, die über iTunes bezogen werden. Somit war es bislang für Drittanbieter unmöglich, dass die eigenen Songs auf einem iPod abgespielt werden können. Johansen will dies nun ermöglichen. Allerdings nicht, indem er den Schlüssel zu FairPlay veröffentlicht, sondern indem er sein eigenes DRM-System auf Basis von Faiplay bastelt.

Reverse Engineering

Kernkompetenz seines Unternehmens ist das Reverse Engineering proprietärer Systeme, für die keine Lizenzierungsmöglichkeit vorgesehen ist. Dabei wird der Kopierschutz - in diesem Fall von Apple - zuerst zerlegt und anschließend ein neues DRM-System eingefügt. Diese Lösung soll es Lizenznehmern ermöglichen, ihren eigenen Content für den iPod zu verbreiten. Allerdings steht die Frage im Raum, ob die Vorgehensweise auch rechtens ist. Das vor Jahren eingeführte Urheberrechtsgesetz für das digitale Zeitalter (DMCA) nennt zwar legale Einsatzmöglichkeiten für das Reverse Engineering - etwa, um Interoperabilität mit anderen Software-Produkten herzustellen - doch ob diese Ausnahmen auch dann Anwendung finden, wenn ein Kopierschutz selbst kopiert werden soll, ist schwer zu sagen.

Nicht sonderlich prozesssüchtig

Laut GigaOM war Johansen mit Apple-Boss Steve Jobs selbst zu Tisch, wo letzterer erklärte, sein Unternehmen sei nicht sonderlich prozesssüchtig. Damals wusste Jobs freilich noch nichts Konkretes über DVD Jons Vorhaben. Darauf dürfte es der 22-jährige anscheinend ankommen lassen. Mit 15 Jahren knackte Johansen verschlüsselte DVDs, um sie unter Linux abspielen zu können. Dies brachte dem Norweger zwar eine Menge Ärger, jedoch auch Anerkennung in der Hacker-Szene ein. Von den norwegischen Gerichten wurde er letztendlich verschont und kam mit einem blauen Auge davon (pte)

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