Atomtests

9. Oktober 2006, 06:55
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Offizielle Atommächte simulieren inzwischen Explosionen am Computer

Hamburg - Atomtests liefern den etablierten Nuklearmächten Erkenntnisse zur Weiterentwicklung und Modernisierung ihrer Kernwaffen. So wurden aus der eher primitiven US-amerikanischen Hiroshima-Bombe "Little Boy" effizientere und leichtere Sprengsätze mit mehr als tausendfacher Sprengkraft. Politisch könnte Nordkorea jetzt mit einem Test propagandistisch unter Beweis stellen, dass es zum Club der wenigen Atommächte gehört.

Die offiziellen Atommächte simulieren mittlerweile Atomexplosionen am Computer. Dabei stützen sie sich auf gewaltige Datenmengen aus weltweit bisher etwa 2000 Tests mit echten Bomben.

Bei "echten" Atomtests lässt sich überprüfen, ob mehrere tausend Einzelteile wie geplant zusammenwirken und fehlerfrei funktionieren. Zu überprüfen sind hochkomplexe Prozesse, die in Bruchteilen von Sekunden in der Bombe ablaufen. Zu den wichtigen Einheiten zählen etwa der Zündmechanismus und der Neutronengenerator. Er setzt die nukleare Explosion in Gang, bei der Temperaturen von vielen Millionen Grad und gewaltige Druckwellen freigesetzt werden.

Nach Meinung der Experten liefern oberirdische Explosionen weitaus bessere Ergebnisse als unterirdische. So können etwa die Entwicklung des Feuerballs und des Atompilzes fotografisch dokumentiert werden. Auch die Druckwelle, deren Wirkung auf reale Gebäude und die radioaktive Strahlung lassen sich oberirdisch einfacher bestimmen. (APA/dpa)

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