Chronologie: Fluglinie im Dauerkonflikt

4. Oktober 2006, 13:00
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Über den Wolken mag die Freiheit wohl grenzenlos sein, am Boden zumindest herrschen Einschränkungen wie leere Airline-Kassen, kollegiale Unstimmigkeiten und Streikrecht

Wien - Streitbares AUA-Personal: Eine Chronologie von Flügelkämpfen, prognostizierten Abstürzen und Landeversuchen. Was bisher fehlte: Der volle Schub.

2. April 2003: Die AUA-Gruppe meldet beim AMS 150 Leute zur Kündigung an, der Irak-Krieg erfordere einen schärferen Sparkurs.

10. Juni 2003: Bei den Piloten herrscht eine "Grippe-Epidemie". Für die AUA-Führung sind es "konzertierte Störaktionen".

14. August 2003: In einer Betriebsversammlung beschließen die AUA-Piloten "spontan" einen zweistündigen Warnstreik.

6. Oktober 2003: Gespräche über Sparmaßnahmen bei AUA-Piloten scheitern neuerlich. Die AUA kündigt die Verlagerung von Produktionen zu Lauda und Tyrolean sowie einen Piloten-Aufnahmestopp an.

11. Oktober 2003: Mehr als 15-stündiger Streik des AUA-Bordpersonals, der die AUA 1,8 Mio. Euro kostet.

15. Oktober 2003: Erneut mehr als 15-stündigen Streik. Das Bodenpersonal geht auf Konfrontationskurs mit dem Bordpersonal: Es sammelt Unterschriften für eine Streikbeendigung.

17. November 2003: Nach mehr als 31-stündigen Verhandlungen einigen sich AUA-Management und Bordbelegschaftsvertreter auf Grundzüge eines Sparpakets.

2. August 2004: Piloten und Flugbegleiter der Austrian drohen mit neuerlichen Streiks, wenn die Zusammenführung der Flugbetriebe von AUA und ihrer Tochter Lauda Air nicht wie vereinbart stattfindet.

13. August 2004: Am Freitag, dem 13., müssen 19 Flüge wegen eines Warnstreiks gestrichen werden. Das Management sprach von einem Schaden von "zumindest 650.000 Euro".

24. August 2004: Nach eineinhalb Jahren Streit und einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon unter Einbindung der Sozialpartner einigen sich AUA sowie Lauda Air und deren Piloten auf einen Kollektivvertrag. Er umfasst mit Anhängen mehr als 300 Seiten und gilt rückwirkend mit 1. April 2004. Die Zusammenlegung der Flugbetriebe von AUA und Lauda Air erfolgt mit 1. Oktober 2004. Der neue KV sieht erstmals ein einheitliches Gehaltsschema für neu eintretende Piloten und Flugbegleiter von AUA und Lauda Air vor.

3. Oktober 2006: Das neue AUA-Management teilt mit, dass 350 Posten - primär beim Bordpersonal - abgebaut werden, und bricht die Verhandlungen mit dem Betriebsrat ab. AUA-Chef Ötsch erklärt, er will sich vom Bordpersonal nicht mehr bremsen lassen. Gleichzeitig holt sich die AUA von der Börse 350 Mio. Euro frisches Kapital.

4. Oktober 2006: Das AUA-Bordpersonal hält eine Betriebsversammlung am Flughafen Wien ab. Auswirkungen auf den Flugbetrieb seien nicht zu erwarten, heißt es. (APA)

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