"Privatanwender gehen mit kritischen Daten fahrlässig um"

12. Oktober 2006, 08:28
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Kroll Ontrack: Regelmäßige Backups sparen Nerven und Geld - Backup ist jedoch nicht gleich Backup

Anwender gehen mit ihren kritischen Daten zumeist fahrlässig um. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Kroll Ontrack. Die Spezialisten für Computer-Forensik kritisieren, dass viele Computerbenutzer den Verlust persönlich wichtiger Daten förmlich herausfordern. Zwar rechnen die meisten damit, dass ihr Rechner eines Tages ausfallen wird, praktizieren aber keine angemessene Datensicherung, so die Autoren der Studie.

Wichtige Daten

79 Prozent der Befragten messen ihren Daten große Bedeutung bei, für 40 Prozent sind sie sogar unersetzlich. Auf die Frage, wie lange sie ihren aktuellen Rechner nutzen wollen, gaben 58 Prozent der Befragten an: "So lange, bis er kaputt geht" oder "Bis er die ersten Ausfallserscheinungen zeigt". Diese Gleichgültigkeit belegen auch die Ergebnisse, dass 63 Prozent der Anwender ihre kritischen Daten weniger als einmal monatlich sichern und 23 Prozent keinerlei Backups vornehmen. 45 Prozent der Backup-Nutzer kümmern sich wiederum nicht darum, ob ihre gespeicherten Daten im Ernstfall überhaupt verwendet werden könnten. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Backups an einem sicheren Ort, also räumlich getrennt vom Rechner, aufbewahren.

Hilflos

Im Ernstfall ergab sich eine große Zahl der Betroffenen tatenlos dem Datenverlustschicksal. 60 Prozent der Befragten gaben an, selbst Daten verloren zu haben. 27 Prozent der Befragten unternahmen im Anschluss nichts. Nur vier Prozent wandten sich an ein professionelles Datenrettungsunternehmen. Der Grund ist darin zu sehen, dass professionelle Datenrettung nicht gerade billig ist und sich daher für Private nur in den seltensten Fällen finanziell auszahlt. Relativ günstig ist noch die Behebung von leichten logischen Fehlern der Platte. Diese können zumeist mit Software behoben und die Daten wiederhergestellt werden. Zwischen 80 und 400 Euro werden dafür fällig. "Bei alten Festplatten mit defektem Lese/Schreibkopf steigt der technische Aufwand im Labor und damit verbunden auch die Kosten", erläutert Johanna Scheichl Brantner, Österreich-Managerein bei Kroll Ontrack.

Persönliches

"Bei Privatanwendern handelt es sich bei den wichtigen Daten zumeist um Fotos oder E-Mails", weiß Scheichl Brantner. "Hier ist es als Backup völlig ausreichend, die Daten auf CD oder DVD zu sichern. Anschließend sollte der bespielte Datenträger auf jeden Fall überprüft werden, ob die Daten korrekt gespeichert wurden und auch lesbar sind", erklärt die Österreich-Chefin im Gespräch. Danach kann man davon ausgehen, dass die Daten für die nächsten Jahre gesichert sind. "Natürlich gilt dies nicht für zehn bis 15 Jahre. Allerdings sind die meisten privaten Sicherungen für zwei bis fünf Jahre ausgelegt", so Scheichl Brantner.

Achtung: Backup

Bei Backups auf externe Festplatten rät die Scheichl Brantner zur Vorsicht: "Natürlich kann es auch hier zu Defekten bei den Platten kommen, womit die Daten gefährdet sind." Eine Sicherung auf CD/DVD sei in jedem Fall empfehlenswert. Die von Kroll Ontrack empfohlene Vorgehensweise sieht ein wöchentliches Backup der kritischen Daten vor, damit diese auch tatsächlich auf dem neuesten Stand sind. Die Sicherungskopien sollten zudem regelmäßig geprüft und räumlich vom Rechner getrennt aufbewahrt werden. Weiteres sollte der Betriebszustand des Computers mithilfe von Diagnose-Tools laufend im Auge behalten werden. (pte)

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