Neue Kampagne soll endlich Erfolg bringen

4. Oktober 2006, 19:41
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Helmut Pechlaner: Hunde sind relativ schnell stubenrein - aber auch ihre Besitzer müssen straßenrein sein

Wien - Die Stadt Wien startet ihre neue große Werbeoffensive gegen den Hundekot: Ab heute grüßt ein kleiner Terrier mit dem Schild "Nimm ein Sackerl für mein Gackerl" im Maul aus den städtischen Grünflächen und von Plakatwänden. Vom Stadtgartenamt werden 1.500 Wiesenstecker in Parks und Blumenbeeten verteilt - primär an bevorzugten "Tatorten".

In Begleitung zahlreicher Prominenter verteilte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) heute die ersten Wiesenstecker. Hundebesitzer sollen durch die Schilder in der Wiese motiviert werden, die Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner zu entsorgen.

Erzwungen wurde die Werbeoffensive durch eine Bürgerinitiative, die 157.631 Stimmen im Rahmen einer Anti-Hundstrümmerl-Petition gesammelt hatte. Darauf initiierte die Stadt einen Wettbewerb um die beste Kampagne. Eine Fachjury unter Führung des Schönbrunner Tiergartendirektors Helmut Pechlaner entschied sich dann für das Motiv. "Hunde sind relativ schnell stubenrein - aber auch ihre Besitzer müssen straßenrein sein", umriss Pechlaner seine Sicht der Dinge.

"Hundstrümmerl-Beauftragter"

Ob die neue Kampagne das gewünschte Ergebnis bringt, wird sich weisen. Denn bisher waren die Bemühungen um ein hundstrümmerlfreies Wien nicht sehr erfolgreich. Die Bundeshauptstadt konnte sich in den 1990er Jahren sogar eines eigenen "Hundstrümmerl-Beauftragten" rühmen. Der damalige Bürgermeister Helmut Zilk (S) betraute ÖVP-Gemeinderat Franz Karl mit dem Job, doch dieser legte das Amt bald entnervt zurück. Bis heute ist Wien für Karl die "versch...enste Stadt Europas".

Für Aufsehen sorgte auch ein Projekt im Bezirk Wieden, bei dem Langzeitarbeitslose auf die Hundeausscheidungen angesetzt wurden.

Dogofant

1989 wurde in Wien der aus Frankreich stammende "Dogofant" getestet. Doch das mit einer Saugvorrichtung ausgestattete Motorrad erwies sich als Fehlschlag. Die Wiener "Würsteln" seien weicher als jene in Paris, hieß es damals. Andere Geräte erwiesen sich als unwirtschaftlich.

Zuletzt war es 2005 die Kampagne "Rote Karte für den Mist". Magistratsmitarbeiter schwärmten dabei zum Verteilen von Kotsackerln aus. "Hundstrümmerl bitte im Sackerl in den Mistkübel", hieß es in einem Plakatsujet, das die Karikatur eines in flagranti ertappten Vierbeiners zeigte.

Die konventionelle Kotbeseitigung kostet Wien rund sieben Mio. Euro pro Jahr. Es gibt 120 Hundezonen mit einer Gesamtfläche von ca. 830.000 Quadratmeter in der Stadt. Hundekotsackerln werden in mehreren Hundert Automaten angeboten. (APA)

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