Scolik: "Die Zeit ist wieder reif für eine Casting-Show"

28. Oktober 2006, 10:08
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Programmdirektor glaubt an Erfolg von Starmania III - "Unsere Aufgabe ist es nicht, einen Popstar zu kreieren, sondern einen Popstar zu finden"

"Die Zeit ist wieder reif für eine Casting-Show", sagt ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik im Gespräch mit der APA. Drei Jahre nach der letzten Staffel startet der ORF daher am kommenden Freitag (6.10.) die dritte Auflage von "Starmania". Scolik geht davon aus, dass sich auch die neue Staffel der Gesangsshow wieder zum Quotenerfolg entwickeln wird. Grund zum Optimismus gibt das deutsche Beispiel: "Wir haben gesehen, dass 'Deutschland sucht den Superstar' zuletzt wieder sehr erfolgreich war."

"Mit gutem Grund"

Der Abstand zur letzten Staffel sei so groß, dass der ORF "mit gutem Grund", wie Scolik meint, an den neuerlichen Erfolg des alten Formats glauben darf. Darauf, wie sich dieser "Erfolg" marktanteilsmäßig manifestieren könnte, wollte sich der scheidende Programmdirektor indes nicht genau festlegen. "Ich gehe davon aus, dass 'Starmania' über den Anteilen liegt, die wir normalerweise auf diesem Sendeplatz erreichen", sagte er.

Starmania I: "Riesen-Hype und Supererfolg"

"Starmania" die Erste hatte sich in der Saison 2002/2003 als "Riesen-Hype und Supererfolg bei Jung und Alt" entpuppt, so Scolik. Das Finale der ersten Staffel verfolgten im Februar 2003 im Schnitt mehr als 1,4 Millionen Zuseher, bei einem KaSat-Marktanteil von 49 Prozent. Dem Sieg von Verena Pötzl bei der zweiten Runde wohnten rund ein Jahr später noch durchschnittlich 1,01 Millionen Österreicher bei, was einem Marktanteil von 45 Prozent bei den Erwachsenen ab zwölf Jahren entspricht.

Vorrundenprocedere verkürzt

Um die Zuseher auch beim dritten Mal bei Laune zu halten, hat der ORF heuer das Vorrundenprocedere verkürzt und die Teilnehmerzahl heruntergeschraubt. Nur 18 Kandidaten erhalten die Möglichkeit zum Fernsehauftritt, wo das Publikum über Wohl und Wehe entscheiden kann. "Man muss in der dritten Staffel anders agieren, als in den vorangegangenen Runden", erklärt Scolik.

Popstar finden, nicht kreieren

Mit den diesjährigen Kandidaten ist der Programmdirektor übrigens überaus zufrieden und gibt sich zuversichtlich, dass unter ihnen der eine oder andere echte Popstar zu finden ist. Davon, dass bei der Castingshow eine zweite "Christina Stürmer" kreiert wird, will er aber nichts wissen. "Unsere Aufgabe ist es nicht, einen Popstar zu kreieren, sondern einen Popstar zu finden."

Ob aus ihnen dann ein Superstar wird, oder nicht, läge letztendlich in der Hand der Kandidaten. Christina Stürmer etwa habe "sich selbst kreiert". Besonders wichtig sei dabei ihre Authentizität gewesen und die Tatsache, "dass sie ist, so wie sie ist", meint Scolik. Dass Boris Uran, der Drittplatzierte aus der ersten Starmania-Staffel, nach seinem Karriere-Tief an Depressionen litt und stationär psychiatrisch therapiert werden musste, kommentierte Scolik nicht weiter, betonte aber, dass alle Kandidaten während der "Starmania"-Zeit psychologisch betreut werden.

Job-Tausch?

Reinhard Scolik ist noch bis Ende diesen Jahres Programmdirektor des ORF. Ab 1. Jänner wird er von Wolfgang Lorenz in dieser Funktion abgelöst. Auf die Frage, ob er selbst wie kolportiert in einer Art Job-Tausch Lorenz' Nachfolge als Programmplaner antritt, sagt er: "So sieht's aus." (APA)

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