Benetton und die Künste

4. Oktober 2006, 11:24
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Modemarke feiert 40-jähriges Bestehen mit Ausstellung im Pariser Centre Pompidou

Paris - Mit einer Ausstellung und einem Defilee im Pariser Centre Pompidou stattfinden feiert die italienische Bekleidungsmarke Benetton am 10. Oktober ihr 40-jähriges Bestehen. "Wir haben Paris für unser Fest ausgewählt, weil die Stadt heute mehr denn je die Hauptstadt der internationalen Mode ist", betonte Unternehmenschef Luciano Benetton und erinnerte daran, dass die Gruppe 1969 am Boulevard Saint-Germain in der Seine-Metropole ihr erstes Geschäft im Ausland eröffnet hatte.

Zur Feier des 40. Jahrestages organisiert die italienische Marke zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Modeschau, die unmittelbar nach Abschluss der Pret-à-porter-Woche in Paris stattfindet. Leitfaden des Defilees sind die berühmten vielfarbigen Pullover der italienischen Modefirma, wobei die vorgestellten Modelle eigens für den Anlass geschaffen wurden.

Offene Augen

Am Tag der Modeschau wird im Centre Pompidou auch die Ausstellung "Fabrica: les yeuxs ouverts" eröffnet, die in Zusammenarbeit mit dem Kommunikationsforschungszentrum "Fabrica" organisiert wurde, die Benetton und der Skandalfotograf Oliviero Toscani 1994 gemeinsam geschaffen haben. Die Ausstellung stellt der Öffentlichkeit die Arbeiten dieses interdisziplinären künstlerischen Forschungszentrums vor, das seinen Sitz in einem Gebäude des Starachitekten Tadao Ando bei Treviso im Veneto hat.

Die Ausstellung, die bis zum 6. November zu sehen ist, wurde vier Sektionen unterteilt. Die erste stellt die Kommunikationskampagnen "Violence" (2004) für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und "Food für Life" (2003) für das Weltnahrungsprogramm vor. Die zweite Sektion stellt unter dem Titel "I See" Fotoreportagen aus aller Welt vor, von denen zwei mit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) verwirklicht wurden. Die dritte Sektion besteht aus interaktiven Installationen, unter anderen jene mit dem Titel "We are the time", die das Bild der Besucher selbst statisch oder in Bewegung wiedergibt.

Abgeschlossen wird die Ausstellung in der vierten Sektion durch einen virtuellen Besuch des italienischen Firmensitzes von Benetton. Begleitet durch die Vorführung mehrerer Filme, die von "Fabrica" unter der Leitung von Marco Müller, dem Direktor des Filmfestivals von Venedig, verwirklicht wurden. Auf dem Programm stehen der 2002 mit einem Oscar prämierte Streifen "No Man"s Land" von Danis Tanovic, "Lavagne" der Iranerin Samira Makmahlbaf, "Diciasette anni" des Chinesen Zhang Yan und "Il vuoto è segreto" des Iraners Babak Payami. Am 13. Oktober steht überdies eine Podiumsdiskussion statt, an der sich Marco Müller und mehrere Regisseure beteiligen.

Neben den Filmvorführungen ist auch die Präsentation einer Reihe von Musikspektakeln und Konzerten geplant. In europäischer Erstaufführung ist etwa "Winners" von Andrea Molino, die neue Produktion von "Fabrica Musica", zu sehen, die in Zusammenarbeit mit dem Festival von Brisbane mit der australischen Gruppe TaikOZ um dem Dresdner Symphonieorchester verwirklicht wurde. (APA)

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    Eher nicht ganz so hochqualitiativ (und auch nicht in Paris): Alan Stammers Bleistiftzeichnung von Schumachers 1992er Benetton

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