Gebrochene Lanze für Manninger

8. Oktober 2006, 16:55
32 Postings

Liechtenstein-Goalgetter Frick über seinen Klubkollegen: "Unverständlich, dass er nicht Österreichs Nummer 1 ist"

Tschagguns - Mario Frick ist das Aushängeschild von Österreichs Fußball-Testspiel-Gegner Liechtenstein. Der 32-Jährige hat in der Serie A für AC Siena in den bisherigen fünf Runden drei Tore erzielt und damit unter Beweis gestellt, dass er am Freitag (18:00 Uhr/live ORF1) in Vaduz wohl die größte Gefahr für die ÖFB-Auswahl darstellt. Die Bedenken in der österreichischen Öffentlichkeit vor dem Gastspiel im Fürstentum kann der Stürmer aber nicht ganz nachvollziehen. "Österreich ist klarer Favorit", erklärte Frick.

Dennoch rechnet sich der 65-fache Teamspieler (9 Tore) gegen die Schützlinge von Teamchef Josef Hickersberger Chancen aus. "Wir werden versuchen, ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen", versprach der Italien-Legionär. Als Pluspunkt für seine Mannschaft sieht Frick, "dass wir eine eingeschworene Gruppe sind. Die Schwäche ist vielleicht der fehlende Rhythmus, weil viele unserer Spieler in Amateurligen spielen."

Diese "Degradierung" einiger Liechtensteiner Internationaler, die ihren Grund auch in der Umwandlung des früher mit dem Nationalteam fast identischen FC Vaduz in eine Legionärstruppe hat, sei auch verantwortlich für einen gewissen Rückschritt in der jüngeren Vergangenheit. "Die beste Mannschaft hatten wir vor ungefähr ein bis zwei Jahren, als die meisten noch Profis waren."

Dass auch die Entwicklung des ÖFB-Teams zuletzt nicht positiv verlief, wollte Frick nicht kommentieren. "Ich habe die österreichische Mannschaft schon Monate nicht mehr spielen sehen, daher kann ich mir kein Urteil bilden." Allerdings weiß der Liechtensteiner über die ÖFB-Ergebnisse in diesem Jahr Bescheid. "Das Team hat keine Stars mehr wie Herzog, Polster, Stöger oder Vastic. Ich denke, die Qualität ist um einiges gesunken, daher wurde in diesem Jahr ja auch noch kein Spiel gewonnen. Ich hoffe nicht, dass wir der Aufbaugegner sind", sagte Frick, der seit 1994 schon viermal gegen Österreich gespielt hat.

Im bisher letzten Aufeinandertreffen beider Truppen beim 2:0 für Österreich in Innsbruck am 25. April 2001 stürmte der 32-Jährige gegen den damaligen ÖFB-Teamtorhüter Alexander Manninger - mittlerweile sind die Beiden Klubkollegen in Siena. "Ich habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu Alex, auch weil ich mit ihm natürlich Deutsch sprechen kann. Er ist ein absoluter Top-Goalie, für mich ist unverständlich, dass er nicht die unumstrittene Nummer eins von Österreich ist", lobte Frick den Salzburger, der zuletzt beim 0:0 gegen AC Milan mit einigen Glanzparaden für Aufsehen gesorgt hatte.

So wie Manninger feierte auch der Liechtensteiner in dieser Saison ein Comeback. Im Sommer stieg er noch mit Ternana Calcio aus der Serie B ab und musste sich danach wie die gesamte Mannschaft Anfeindungen der Fans gefallen lassen, wenige Monate später ist er in Siena Goalgetter Nummer eins. "Ich habe mich in Italien von unten hochgearbeitet und mir mit Toren und einer professionellen Einstellung einen tollen Namen gemacht. Es ist wichtig immer an sich zu glauben, auch nach Rückschlägen", verriet Frick sein Erfolgsgeheimnis.(APA)

Share if you care.