Über 600.000 at-Domains registriert

12. Oktober 2006, 08:28
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Österreich Europameister bei der Verwendung von Landeskennung

Die Aktion der österreichischen Domainverwaltung nic.at, neu registrierte Umlaut-Domains (z.B. aouäöü.at) im ersten Jahr kostenlos zu halten, sorgte in den ersten Oktobertagen für einen rasanten Anstieg der Neuregistrierungen. Über 50.000 Neuregistrierungen wurden seit Sonntag durch nic.at verzeichnet, was dazu führte, dass auch die Schallmauer von 600.000 registrierten at.-Domains durchbrochen wurde.

Kostenloses Registrieren

Noch bis Ende November können die so genannten Umlaut-Domains - eigentlich IDN-Domains (Internationalized Domain Name), worin neben Umlauten auch andere Sonderzeichen verwendet werden können - im ersten Jahr kostenlos registriert werden. Allerdings nicht bei nic.at direkt, sondern nur über an der Aktion teilnehmende Registrare.

"Eine unsere Aufgaben ist auch die Förderung des Internets in Österreich. Dazu gehören auch die lokalen Domains. Wir wollen erreichen, dass am Ende der Aktion zehn Prozent aller registrierten .at-Domains zu den so genannten Umlaut-Domains zählen", erklärte nic.at Geschäftsführer Richard Wein die Ziele der Aktion. Laut aktuellen Zahlen des Unternehmens führt Österreich innerhalb Europas bei der Verwendung von "lokalen" Domains. Fast 70 Prozent aller im Inland genutzten Domains haben die Endung ".at". In Deutschland sind es nur 63 Prozent, in Frankreich gar nur 27 Prozent.

Version 7

Verwendet werden können die Umlaut-Domains aber derzeit nur für Webseiten - und auch hier nur eingeschränkt. Microsofts Internet Explorer, derzeit immer noch der am weitesten verbreitete Webbrowser, unterstützt IDN-Domains nur mit zusätzlicher Software. Erst die Version 7, die noch dieses Jahr verfügbar sein soll, kann dies dann, wie etwa Mozilla Firefox oder Opera, ohne Zusatzsoftware. Die Unterstützung von Umlauten in E-Mail Adressen ist, wie Richard Wein bestätigte, noch in weiter Ferne. Hier fehlen noch die notwendigen Standards und deren Implementierung.

Konsequenzen

Ebenfalls angesprochen wurden in dem Pressegespräch die Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Zifferndomains. nic.at hat nach eigenen Angaben aus den Vorfällen die Konsequenzen gezogen und sowohl technische, als auch organisatorische Maßnahmen getroffen, um Missbrauch in Zukunft zu verhindern. Die von dem ex-nic.at-Mitarbeiter unrechtmäßig registrierten Zifferndomains sollen, sobald dies rechtlich geklärt wurde, an den Zweiten in der Registrierungsliste vergeben werden.(APA)

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