Die besten und schlechtesten Fonds im 3. Quartal

20. November 2006, 09:15
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In den letzten drei Monaten legten Fonds um bis zu 29 Prozent zu, im Schnitt erzielten die 10.046 Portfolios ein Plus von soliden 3,6 Prozent

Fondsanleger blicken auf ein erfreuliches drittes Quartal 2006 zurück: Im Schnitt erzielten die 10.046 per Ende September 2006 in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Fonds eine Performance von 3,65 Prozent. Dabei reicht das Spektrum von +28,5 Prozent beim HYPO South Eastern European Opportunities bis zu -19,3 Prozent beim DAC Biotech-Fonds.

Lichtblick dritten Quartal

Der Aufschwung verliert im Vergleich zum Gesamtjahr 2005 aber an Breite: Während im letzten Jahr nur 1,5 Prozent aller Fonds ein Performance-Minus verzeichneten, waren es im letzten Quartal bereits 7,8 Prozent. 9.261 Fonds lagen im Plus (229 davon sogar zweistellig) bzw. 785 im Minus, wobei allerdings nur 26 Produkte zweistellige Performanceverluste hinnehmen mussten. Im Unterschied zu der ersten sechs Monaten des Jahres hat sich die Lage aber bereits stark verbessert: Im Zeitraum 31.12.2005 bis 30.6.2006 erzielten 65 Prozent aller Fonds ein Performanceminus.

Grund dafür war das durchwachsene Kapitalmarktumfeld: Weltaktien legten - gemessen am MSCI World Index - seit Jahresbeginn um 3,6 Prozent zu, Euro-Staatsanleihen (Citigroup EMU Government Bond Index) verloren 0,03 Prozent. Allein im letzten Quartal verteuerten sich Weltaktien um 5,5 Prozent, Euro-Staatsanleihen um 2,9 Prozent.

Die besten und schlechtesten Fondskategorien

Die besten Fondskategorien der letzten drei Monate waren (Performance des Lipper-Fondsdurchschnittes in Prozent): Aktien Philippinen (22,1), Aktien Indien (17,3), Aktien Indonesien (16,4) und Aktien Sektor Immobilien Europa (12,6). Die Schlusslichter bildeten: Aktien Japan Smaller Cap (-7,2), Aktien Rohstoffe (-4,6) und Aktien Gold & Edelmetalle (-3,3).

Die besten Fonds im dritten Quartal

Auf Einzelfondsebene geht der erste Platz aber an einen Osteuropa-Aktienfonds: Der HYPO South Eastern European Opportunities, welcher in die Wachstumsmärkte Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien investiert. „Südosteuropa ist wohl die einzige Region, die den Investoren eine zweifache Konvergenz-Chance bietet“, ist Axel Schuster, Bereichsleiter Investmentservices und Private Banking bei der HYPO ALPE-ADRIA überzeugt. „Im ersten Schritt durch die Annäherung an die Volkswirtschaften Osteuropas und in weiterer Folge durch die wirtschaftliche Entwicklung in Richtung EU“, so Schuster. Denn die Volkswirtschaften Ex-Jugoslawiens mussten zusätzlich vom Übergang von der Plan- zur Markwirtschaft auch die Kriegskosten in den 90er Jahren bezahlen. „Jetzt besteht dafür umso mehr an Aufholpotential“, ist Schuster überzeugt und rechnet deswegen zukünftig auch mit entsprechenden Renditen: „Eine langfristige Performance von 12-15 Prozent pro Jahr ist eine konservative Schätzung“. Verwaltet wird der nicht währungsgesicherte Fonds jedenfalls von Joachim Waltl und seinem Team bei der HYPO ALPE-ADRIA-BANK Croatia in Zagreb.

Aber auch ein weiteres Produkt aus Österreich schaffte es auf die vorderen Plätze: Der Capital Invest South Eastern Europe Stock kam immerhin noch auf ein Plus von 17,9 Prozent und liegt damit auf Platz 13. Weitere Top-Balkan Fonds im letzten Quartal waren der East Capital Balkan (+17,8 Prozent, Platz 15) und der Berenberg-Balkan-Baltikum-Universal-Fonds (+10,4 Prozent, Platz 196).

Top-Fonds: 12 von 20 investieren in Indien…

Auf Platz zwei des Rankings führt der Parvest India mit einem Plus von 23,9 Prozent das lange Feld der Indien-Aktienfonds an. Platz drei bis zehn gehen alle an entsprechende Produkte von Aberdeen, Franklin Templeton, Pictet, Fidelity, Julius Meinl, HSBC, ACM und JPMorgan. Insgesamt schafften es sogar gleich 12 Indien-Fonds unter die Top-20 des abgelaufenen Quartals.

… dann folgt die Türkei

Ebenfalls sehr gut unterwegs im dritten Quartal waren Türkei-Fonds, welche mit vier Produkten am zweithäufigsten unter den Top-20-Fonds vertreten sind. Angeführt wird hier das Gewinnerfeld vom Fortis L Equity Turkey mit +18,3 Prozent auf Platz 11 vor dem Tuerkisfund Bonds (17,9 Prozent / Platz 14), Tuerkei 75 Plus (17,5 Prozent / Platz 17) und dem Magna Turkey mit +17 Prozent auf Platz 19.

Die Geldvernichter des laufenden Jahres

Die größten Verluste im dritten Quartal erzielte der DAC Biotech-Fonds mit -19,3 Prozent hinnehmen. Starke Einbußen mussten aber auch viele japanische Smaller Cap Fonds und die in den letzten Jahren so erfolgsverwöhnten Rohstoff-Fonds hinnehmen.

Was machten die größten Fonds?

Der per Ende August 21 Mrd. Euro schwere Fidelity Funds – European Growth erzielte im dritten Quartal 4,2 Prozent. Im Vergleich zum MSCI Europe Index mit 6,7 Prozent bedeutet dies eine deutliche Outperformance 2,5 Prozent. Der mit 18,7 Mrd. Euro zweitgrößte Fonds Templeton Growth Fund, Inc. liegt mit einem Ertrag von 6,7 Prozent jedoch um 1,1 Prozent vor dem MSCI World Index.

Alle Daten per 29.9.2006 in Euro / Quelle: Lipper

LINK: Die gesamte Analyse (inkl. Tabelle der Top-20 Fonds) finden Sie hier.

Die wichtigsten Infos zu Fondsinvestments finden Sie unter www.fonds1x1.com

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