400 von 570 Mitarbeitern an den betroffenen Standorten verlieren ihren Arbeitsplatz
Frankfurt - Der vor dem Verkauf stehende Arzneimittelhersteller Altana Pharma zieht sich nach mehreren Rückschlägen weitgehend aus dem Geschäft in den USA zurück. 400 von 570 Mitarbeitern an den betroffenen Standorten verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die beiden einstigen Hoffnungsträger, die Atemwegsmittel Alvesco und Daxas, sollten noch zu Ende entwickelt, danach aber auslizenziert werden, sagte eine Sprecherin von Altana Pharma am Dienstag in Konstanz. Die in Florham Park im US-Bundesstaat New Jersey angesiedelte Vertriebs- und Marketing-Organisation für die USA werde aufgelöst, 350 Mitarbeiter sollen dort innerhalb von neun Monaten das Unternehmen verlassen.
Das Altana-Forschungsinstitut in Waltham im US-Bundesstaat Massachusetts mit 50 Beschäftigten werde im ersten Halbjahr 2007 geschlossen und die Projekte größtenteils an den Firmensitz am Bodensee verlagert, teilte Altana Pharma mit.
Die Vertriebsvereinbarungen für die Altana-Mittel Protonix (Pantoprazol) und Detrol mit den US-Partnern Wyeth und Pfizer liefen Ende des Jahres aus, sagte die Sprecherin. Mit dem Asthma-Mittel Alvesco - das in Europa bereits auf dem Markt, in den USA aber noch nicht zugelassen ist - und Daxas wollte Altana eigentlich die Einbußen durch den baldigen Wegfall des Patentschutzes für das Magenmittel Pantoprazol wettmachen.
Großer Teil der Pharmaumsätze
Mit Pantoprazol macht Altana bisher einen großen Teil seiner Pharmaumsätze. Der Zulassungsantrag für Daxas, ein Mittel gegen Raucherlunge, ließ auf sich warten, eine Partnerschaft mit dem Branchenprimus Pfizer platzte. Für Alvesco hatte Altana eine US-Partnerschaft mit Sanofi vereinbart.
"Wir haben verschiedene Markteintrittsstrategien für die USA entwickelt, die durch Verzögerungen bei den US-Zulassungen für Alvesco und Daxas beeinträchtigt wurden", begründete Altana-Pharma-Chef Hans-Joachim Lohrisch den Ausstieg. Mit dem neuen Eigentümer von Altana Pharma, Nycomed, habe der Rückzug in den USA nichts zu tun, betonte er. Nur an der Altana Inc. auf Long Island bei New York hält der Konzern fest. Sie befasst sich mit Nischenpräparaten vor allem für Haut- und Augenkrankheiten und mit Gegengiften (Antidote).
Angesichts der düsteren Zukunftsaussichten für das Pharma-Geschäft hatte der Bad Homburger Altana-Konzern die Konstanzer Tochter für 4,5 Mrd. Euro an den dänischen Pharmakonzern Nycomed verkauft und will sich ganz auf die Spezialchemie spezialisieren. Ob die Altana AG oder Nycomed für die Kosten des Stellenabbaus in den USA aufkommen muss, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. (APA/Reuters)