Sex-Skandal bei US-Republikanern zieht immer weitere Kreise

10. Oktober 2006, 01:07
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Foley schrieb anzügliche E-Mails an minder-
jährigen Kongresspagen - Anwalt: Abgeordneter wurde als Kind von Priester sexuell belästigt

Washington - Der Skandal um sexuelle Belästigung junger Männer durch einen republikanischen Abgeordneten hat jetzt auch die eigene Partei erreicht. US-Präsident Bush sagte, er sei "angeekelt" über das Verhalten des inzwischen zurückgetretenen Abgeordneten Mark Foley.

Bestürzt und geschockt

"Ich bin bestürzt und geschockt über das inakzeptable Verhalten von Foley", sagte Bush am Dienstag. Die "Washington Times" schrieb, Hastert habe das Vertrauen der Wähler und seiner Partei verloren, weil er von dem Skandal gewusst, aber nichts unternommen habe. Hastert soll neben anderen Abgeordneten davon gewusst haben, dass Foley einigen im Kongress angestellten jungen Männern unmissverständliche E-Mails geschrieben haben soll. Hastert versichert jedoch, darüber nicht informiert gewesen zu sein.

Rücktrittsaufforderungen

Richard Viguerie von der konservativen Organisation HQ forderte ebenfalls den Rücktritt des Parlamentspräsidenten. Wer so ein Verhalten decke, müsse die Wut der Öffentlichkeit und der Behörden auf sich ziehen. Bush unterstützt bis auf weiteres den in Bedrängnis geratenen Präsidenten des Repräsentantenhauses. Der Politiker sei ein "Vater und Lehrer, dem die Kinder in diesem Land am Herzen liegen", erklärte Bush.

Foley war am Freitag zurückgetreten, nachdem ein elektronischer Briefwechsel mit einem Jugendlichen bekannt wurde, der fürchtete, Foley wolle ein Foto von ihm haben. Er war Abgeordneter für Palm Beach in Florida und Vorsitzender eines Gremiums, das sich für vermisste und missbrauchte Kinder einsetzt.

Details über E-Mails enthüllt

Der Fernsehsender ABC enthüllte indes neue Details über E-Mails des Abgeordneten, wonach Foley eine Beziehung mit einem minderjährigen Mann gehabt haben soll. Laut ABC soll er mit einem Pagen des US-Repräsentantenhauses via Internet Zärtlichkeiten ausgetauscht haben. Im April 2003 soll er einen Teenager per E-Mail nach Hause eingeladen haben, um dort mit ihm Alkohol zu trinken. Der junge Mann habe das Angebot angenommen.

Als Jugendlicher sexuell belästigt

Sein Anwalt David Roth beteuerte, Foley sei mit Jugendlichen niemals intim geworden. Außerdem gab der Anwalt laut "Washington Post" bekannt, Foley, der sich zum römisch-katholischen Glauben bekennt, sei zwischen seinem 13. und 15. Lebensjahr von einem Geistlichen sexuell belästigt worden. Er wolle das dadurch erlittene Trauma aber keinesfalls als Ausrede für sein Verhalten dem Jugendlichen gegenüber gebrauchen.

Der Rechtsvertreter sicherte zu, sein Mandant, der sich derzeit wegen Alkoholsucht in medizinischer Behandlung befindet, werde bedingungslos mit den Behörden kooperieren. (red/APA)

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    Der republikanische Abgeordnete Mark Foley auf einem Archivbild.

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    Präsident Bush: von Parteifreund "angeekelt"

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