"Stadl"-Lokalbetreiber dementiert Schlägerei und geschlossene Gesellschaft

5. Oktober 2006, 16:31
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Wirt bestätigt weder Pöchinger- noch BZÖ-Angaben

Wien - Im Streit zwischen dem BZÖ und dem Sprecher von Justizministerin Karin Gastinger steht derzeit Aussage gegen Aussage: Christoph Pöchinger hat einen Bodyguard von Parteichef Peter Westenthaler angezeigt, weil dieser ihn in einem Lokal verprügelt haben soll. Das BZÖ droht mit rechtlichen Schritten und behauptet, Pöchinger sei lediglich aus dem Lokal verwiesen worden, weil der Mitarbeiter der abgesprungenen Gastinger eine "geschlossene Gesellschaft" des BZÖ gestört habe. Der Betreiber des Lokals, Franz Dittmann, wollte auf Anfrage der APA keine der beiden Versionen bestätigen.

Von einer Prügelei in seinem Lokal habe er nichts mitbekommen, sagte Dittmann, der den "Stadl" in Wien-Alsergrund betreibt. Nicht ausschließen wollte er auf Nachfrage allerdings, dass der Vorfall in seiner Abwesenheit geschehen sein könnte: "Das weiß ich nicht. Ich kann es nicht sagen und raten will ich in der Sache nicht - das ist zu heikel." Dass die Prügelei nicht direkt im Lokal, sondern in einem Vorraum stattgefunden haben soll, kommentiert Dittmann so: "Es ist ein kleines Lokal. Wenn da 30 Leute stehen, sehe ich nicht, was dahinter passiert - aber sicher nichts böses, das würde jeder mitbekommen."

Dementiert wird von Dittmann die Version von BZÖ-Sprecher Lukas Brucker, dass es sich bei der Feier um eine "geschlossene Gesellschaft" des BZÖ gehandelt habe, bei der Pöchinger gestört hätte. "Das ist völliger Nonesense. Es waren auch andere Leute da", sagt Dittmann. Zwar sei Sonntag normalerweise Ruhetag und er habe das Lokal erst auf Bitten von Stammgästen (darunter auch eine Mitarbeiterin von Vizekanzler Hubert Gorbach, Anm,) aufgesperrt, von einer geschlossenen Gesellschaft sei aber "keine Rede" gewesen. Außerdem gelte im "Stadl": "Wenn irgendwer jemanden aus dem Lokal wirft, dann bin ich das."

Aufgesperrt hat Dittmann das Lokal nach eigenen Angaben um halb ein Uhr morgens in der Nacht auf Montag. Westenthaler ist demnach erst gegen zwei Uhr nachgekommen. "Diskussionen" unter den Gästen hat es laut Dittmann zwar gegeben. Schlägerei habe er aber keine bemerkt, betont der Wirt. (APA)

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