"Rainbow Warrior"-Affäre wird nicht neu aufgerollt

16. Oktober 2006, 17:30
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Bruder von Ségolène Royal soll in Anschlag verwickelt gewesen sein

Wellington - Trotz neuer Enthüllungen hat die neuseeländische Regierungschefin Helen Clark ausgeschlossen, dass die Affäre um die Versenkung des Greenpeace-Schiffs "Rainbow Warrior" durch französische Geheimdienstagenten im Jahr 1985 neu aufgerollt wird. Neuseeland halte sich an seine früher eingegangenen Verpflichtungen, sagte Clark am Montag vor der Presse. Das Außen- und das Handelsministerium hätten sie darauf hingewiesen, dass Frankreich gemäß dem Völkerrecht zur Verantwortung gezogen worden sei. Clark reagierte damit auf Berichte, wonach ein Bruder der sozialistischen Präsidentschaftsanwärterin Ségolène Royal an dem Anschlag auf das Schiff beteiligt gewesen sein soll. Antoine Royal, ebenfalls ein Bruder der Politikerin, hatte am Freitag der Tageszeitung "Le Parisien" enthüllt, dass sein Bruder Gérard in den Anschlag verwickelt gewesen sei. Dieser habe ihm gegenüber angegeben, dass er seinerzeit eine Bombe auf das Schiff gebracht habe. Die neuseeländische Polizei hatte daraufhin am Sonntag angekündigt, sie wolle sich noch einmal mit dem Anschlag auf das Greenpeace-Schiff befassen. Es sei allerdings noch zu früh zu sagen, ob es noch einmal eine neue Untersuchung geben werde. Bei dem Anschlag auf die "Rainbow Warrior" war ein Mensch getötet worden. Zwei französische Geheimdienstagenten wurden später in Neuseeland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Ermittlungen gegen weitere Agenten ließ Wellington 1981 fallen, nachdem die französische Regierung Handelssanktionen angedroht hatte. (APA)
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