Aktie erfing sich wieder

10. Oktober 2006, 09:28
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Erholung nach dem Kursgemetzel vom Montag - Wettbranche bleibt aber unter Druck

Wien - Der Aktienkurs des am Montag um rund ein Drittel tief abgestürzten Online-Wettanbieters Bwin erholte sich am Dienstag wieder leicht - jedoch nur in homöopathischen Dosen.

Wie berichtet, gab es am Montag unter den weltgrößten börsenotierten Sportwetten- und Onlinepoker-Anbietern ein regelrechtes Kursgemetzel, nachdem bekannt wurde, dass in den USA ein neues Gesetz kommt, das Internetgamig quasi verunmöglicht. Am 30. September verabschiedete der US-Senat den so genannten "SAFE Port Act", der auch Bestimmungen des "Unlawful Internet Gambling Enforcement Act of 2006" zum Inhalt hat. Über den Umweg der Behinderung des Zahlungsverkehrs per Kreditkarten soll erstmals ein Verbot von Online-Spielen durchgesetzt werden. Erwartet wird, dass der US-Präsident den Act innerhalb der kommenden zwei Wochen unterschreiben wird. Bwin lukriert 22 Prozent der Bruttospielerträge in den USA. Die Aktie des Shootings Stars des Jahres 2005 hatte schon in den vergangenen Monaten eine rasante Talfahrt von über 100 Euro auf nun etwas mehr als 14 Euro hinter sich.

Die Aktie des weltgrößten Online-Poker-Anbieters Partygaming, wie Bwin mit Sitz auf dem buchmacherfreundlichen Felsen Gibraltar, verlor am Montag an der Londoner Börse rund 60 Prozent seines Wertes, am Dienstag gab man weitere elf Prozent ab. Vor allem britische Werte waren betroffen, weil diese einen Großteil ihrer Aktivitäten in den USA haben. Partygaming-Chef Mitch Garber warf den USA Scheinheiligkeit vor. Pferdewetten und staatliche Lotterien stünden im Gegensatz zum Poker unter dem Schutz des neuen Gesetzes. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10.2006)

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