Papierbranche will die "Sorger-Formel"

19. Oktober 2006, 12:50
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Papierverarbeiter erhöhen Preise und rufen nach Flexibilisierung der Arbeitszeit

Wien - Nach zum Teil massiven Preiserhöhungen der Papiererzeuger kündigen auch die Papier-, Karton- und Pappeverarbeiter Preissteigerungen an. Während Papier und einfache Faltschachteln je nach Veredelungsgrad nur um zwei bis fünf Prozent teurer wurden, steigen die Preise für Wellpappe zweistellig - "um mindestens zehn Prozent", wie Georg Dieter Fischer, Präsident der Papier- und Pappeverarbeitenden Industrie am Dienstag ankündigte.

Entwarnung ist laut Andreas Blaschke, dem Geschäftsführer von Mayr-Melnhof Packaging Europe, nicht in Sicht. Im Gegenteil, er erwartet im Herbst den nächsten Preisschub; auch 2007 sieht er keine Entwarnung.

Ein lauter Ruf kommt von den Papierverarbeitern auch, was die Flexibilisierung der Arbeitszeit betrifft. Der KV sei 20 Jahre alt und sehr anachronistisch, sonst könnten die Österreicher dem starken Wettbewerb aus Osteuropa nicht Paroli bieten, warnte Fischer. Damals sei es auf den Märkten noch "wesentlich komfortabler als heute" gewesen. In Tschechien und Ungarn werde am Wochenende ohne Zuschläge gearbeitet, sagte Fischer, der auf die Einführung der "Sorger-Formel" drängt: Zehn statt acht Stunden tägliche Normalarbeitszeit, zwölf statt zehn Stunden Maximalarbeitszeit und 60 statt 50 Stunden maximale Wochenarbeitszeit bei zweijähriger Durchrechnung für die Überstunden. Derzeit habe man im KV nur 13 Wochen Durchrechnung, das sei "viel zu wenig". (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10.2006)

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