Viele Namen für die Ehre

25. Oktober 2006, 16:00
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Gedrängel auf Ministersesseln

Wien - "Ich kann auf niemanden von der Wiener Stadtregierung verzichten - aber selbstverständlich sind alle ministrabel", gab sich der Wiener SP-Chef Michael Häupl in Fragen der künftigen Ministerliste strikt bedeckt. Erst müsse man die inhaltlichen Koalitionsverhandlungen und die Ressortaufteilung abwarten, bevor man über die personelle Besetzung nachdenken könne. Klar ist aber auch, dass "Wiener" Minister nicht unbedingt aus dem Rathaus kommen müssen.

Gerechnet wird, dass zwei, höchstens drei Wiener in die Bundesregierung einziehen können und da sind auch Namen wie Andrea Kuntzl (Frauen) und Josef Broukal (Bildung) im Spiel. Im Wiener Stadtsenat gilt Umweltstadträtin Ulli Sima als mögliche Ministerkandidatin, aber auch mit Planungsstadtrat Rudi Schicker (Infrastruktur) und Wohnbaustadtrat Werner Faymann (Innenminister) wird spekuliert. Sozialstadträtin Renate Brauner und Integrationsstadträtin Sonja Wehsely beteuern: "Wir sind mit Leib und Seele Kommunalpolitikerinnen."

Inhaltliche Vorstellungen formulierte Häupl am Dienstag allerdings schon: "Gesundheits- und Pflegefinanzierung sowie Bildung" müssten im Mittelpunkt stehen, so Häupl. Aber auch gesicherte Pensionen und die Einführung einer Grundsicherung sind für Häupl "unerlässlich". Überdies ist Häupl überzeugt, dass es Einnahme-Erhöhungen geben wird müssen: "Das kann man durchaus beschaffen, ohne Lohnnebenkosten zu erhöhen."

In Kärnten wird weniger Landesparteichefin Gaby Schaunig, sondern eher die derzeitige Villacher Abgeordnete Christine Muttonen als ministrabel gehandelt. Sie könnte eine gute Kulturministerin abgeben, heißt es dort. Von Wiener Seite wird für diesen Posten Viennale-Direktor Hans Hurch angeboten.

Sollte die SPÖ das Bildungsministerium besetzen, hätte dem Vernehmen nach der Historiker Helmut Konrad, der bis vor Kurzem Institutsvorstand an der Universität Graz war, gute Chancen. Von 1993 bis 1997 bekleidete der 1948 geborene Wissenschafter außerdem das Amt des Rektors. Für ihn spricht, dass er neben der österreichischen auch die internationale Universitätslandschaft ausgezeichnet kennt und einen hervorragenden Ruf als Organisator besitzt.

Auch der Klubobmann der Kärntner SPÖ, Peter Kaiser, ist im Spiel: Der "Paradeintellektuelle" gilt seit Längerem als Kandidat für höhere Ämter. Immer wieder wird der Pisa-Chef und Erziehungswissenschafter Günter Haider genannt. (cms, frei, kob, stein/DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2006)

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