Steirische Schwarze wollen Opposition

5. Oktober 2006, 16:31
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Bürgermeister Nagl zur SPÖ: "Bestiehl die Leut' und arbeit' nicht"

Graz/Linz - Die steirische ÖVP, die nach der Landtagswahl im Herbst 2005 nun die zweite Niederlage einstecken musste, wünscht, dass sich die Bundespartei auf den Gang in die Opposition vorbereitet. Für eine große Koalition mit der SPÖ ist die steirische Volkspartei offenbar nicht mehr zu haben. Aber auch eine VP-FP-BZÖ-Zusammenarbeit sei "nahezu undenkbar", sagte Landes-VP-Chef Hermann Schützenhöfer.

Er wage gar nicht, eine Abstimmung über die künftige Strategie der Partei abhalten zu lassen, sagte der Landeshauptmannvize am Dienstag am Rande einer Landesparteisitzung. Die Stimmung in den Gremien sage ihm, dass seine Partei "fast einstimmig" gegen eine Regierungsbeteiligung der ÖVP sei. Einzelne Landespolitiker forderten ganz offen den Gang in die Opposition.

Auch der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl sprach sich strikt gegen die Bildung einer großen Koalition aus. Wie weit sich Teile der ÖVP emotional von den Sozialdemokraten wegbewegt haben, unterstreicht auch eine harte Aussage des Grazer Bürgermeisters. Der für seine problematischen "Sager" schon bekannte Siegfried Nagl setzte jetzt noch was drauf und sagte in der Kleinen Zeitung : "Ich bin fassungslos, dass die SPÖ nun Erster ist. Die Moral von der Geschicht': "Bestiehl die Leut' und arbeit' nicht."

Oberösterreichs ÖVP-Chef Landeshauptmann Josef Pühringer warnt, sich schon so früh "einzumauern". Von Spekulationen in der ÖVP über etwaige Neuwahlen hält Pühringer ebenfalls nichts: "Warum sollen diese Wahlen anders ausgehen?" Neuwahlen seien nur die "allerletzte aller Möglichkeiten".

Pühringer ist überzeugt, dass diesmal die Koalitionsverhandlungen wesentlich schwieriger werden als 2002. (Walter Müller/DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2006)

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