Acht Festnahmen in Niederlanden nach EinwanderInnen-Tod

28. Juni 2000, 21:33

Sieben Personen in U-Haft

Amsterdam - Die niederländischen Behörden haben in Zusammenhang mit dem Erstickungstod von 58 chinesischen EinwanderInnen auf dem Weg nach Großbritannien bisher acht Verdächtige festgenommen. Die niederländische Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch in Amsterdam mit, ein 55-Jähriger sei bereits wieder entlassen worden, sieben Menschen befänden sich derzeit in Untersuchungshaft, ein weiterer Verdächtiger sei noch auf der Flucht.

"Die Polizei hat ein ziemlich klares Bild über die kriminelle Organisation, die unter dem Verdacht steht, Menschenhandel mit Chinesen betrieben zu haben", hieß es in einer Erklärung. Der britische Zoll hatte am 19. Juni einen Gemüsetransporter bei der Ankunft in Dover kontrolliert und im Laderaum die Leichen von 54 Männern und vier Frauen entdeckt. Zwei Menschen überlebten. Die Flüchtlinge waren erstickt, weil das Kühlaggregat ausgeschaltet war.

Die Anwaltschaft teilte weiter mit, es scheine, die Organisation hätte ein Lagerhaus extra zum Zweck des Schmuggelns gemietet. Die Polizei gehe davon aus, dass Lieferwagen die Chinesen am 18. Juni zum Lagerhaus im Hafen von Rotterdam gebracht und auf den niederländischen Fahrer des Lastwagens gewartet hätten. Gegen den Fahrer wurde in Großbritannien Anklage erhoben wegen 58-fachen Totschlags und Beihilfe zur illegalen Einreise. (APA)

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