Wahlkarten-Rechnereien

3. Oktober 2006, 18:45
41 Postings

BZÖ muss auf weniger als 240.000 Wahlkartenwähler hoffen

Wien - Nicht nur bei den Grünen, sondern auch bei andersfarbigen Experten für das komplizierte Wahlsystem Österreichs stehen Wahrscheinlichkeitsrechnungen mit den Wahlkarten derzeit hoch im Kurs.

Nach wie vor ist es möglich, dass die 230.000 bis 280.000 Wahlkarten (aktuelle Schätzung aus dem Innenministerium) zu Mandatsverschiebungen zwischen den Parteien führen. Der Standard hat sich umgehört, welche Rechenmodelle abseits der grünen Hoffnungsarithmetik derzeit kursieren.

  • Für das BZÖ ist es vor allem wichtig, wie viele Wahlkarten abgegeben wurden. Je weniger es sind, desto besser ist es für das Bündnis. Bei 240.000 Wahlkarten brauchen die Orangen etwa 960 Stimmen, um nicht aus dem Parlament zu fliegen. Bei 250.000 Wahlkarten sind es 1250, bei 260.000 etwa 1690.

    Ausgehend davon, dass das BZÖ realistischerweise 1,5 Prozent der Wahlkartenstimmen bekommt, sind die Orangen mit großer Wahrscheinlichkeit im Parlament zu finden, wenn weniger als 255.000 Wahlkarten einlangen. Und draußen, wenn es mehr als 270.000 sind. Aus Kärnten werden insgesamt 15.000 Wahlkarten erwartet.

  • In Oberkärnten hofft die SPÖ noch auf ein Direktmandat durch die Wahlkarten - und zwar im Wahlkreis West (Spittal, Hermagor, Feldkirchen). Derzeit ist dort noch kein Direktmandat möglich, weil keine Partei die Mandatsstärke von 24.074 Stimmen erreicht hat. Wenn eine Partei ein Mandat erreicht hat, braucht der Vorzugsstimmen-Kandidat ein Sechstel der Parteistimmen im Wahlkreis. Die besten Chancen rechnet sich SPÖ-Kandidat Gerhard Köfer aus. Dem Spittaler Bürgermeister fehlen noch 287 Stimmen. (Barbara Tóth/DER STANDARD,Printausgabe, 4.10.2006)
    Share if you care.