Wissen: Kapitalschnitt

18. Oktober 2006, 10:55
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Übliche Methode zur Tilgung schwerer Verluste aus der Bilanz

Üblicherweise werden mit dem Kapitalschnitt schwere Verluste aus der Bilanz getilgt. Dies geht bei der AUA so: 145.180.000 Euro aus dem Grundkapital werden gegen den Bilanzverlust umgebucht. So bleibt die Eigenkapitalquote in der Bilanz gleich. An Aktionäre der Gesellschaft wird also kein Kapital ausgeschüttet.

Die Aktionäre erlitten laut Unternehmen durch die nominelle Herabsetzung des Aktiennennwertes von 7,27 auf drei Euro je Anteilsschein real keinen Wertverlust, weil für den Wert der Börsenkurs ausschlaggebend sei und dieser "durch die Kapitalherabsetzung nicht verändert" werde. Der Kurs der Aktie befand sich seit Bekanntwerden der Schwierigkeiten stetig im Sinkflug (Ende des Vorjahres: zehn Euro, rund 7,30 Euro) und war zeitweise unter der Nominale. Die Kapitalerhöhung nach der zuvor erfolgten Herabsetzung des Grundkapitals ist eine weit gehend übliche Maßnahme im Sanierungsfall. So wird gewährleistet, dass die nachher ausgegebenen Jungaktien nicht sofort entwertet werden. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10.2006)

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