EU sagt libanesischen Sicherheitsbehörden Hilfe zu

5. Oktober 2006, 15:45
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Moskau entsendet erste 150 Soldaten in den Libanon

Levi/Beirut - Die Europäische Union hat dem Libanon Hilfe für seine Sicherheitsbehörden angeboten. EU-Chefdiplomat Javier Solana sagte bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister am Dienstag im finnischen Levi, Experten sollten nun im Libanon den genauen Bedarf prüfen. Im Gespräch ist unter anderem EU-Hilfe für die Grenzsicherung, die Polizei oder die Überwachung von Gefängnissen.

Das grundsätzliche EU-Angebot geht auf eine Anfrage von Libanons Regierungschef Fouad Siniora zurück. Diese EU-Unterstützung würde die Entsendung europäischer Soldaten in die UNO-Friedenstruppe zur Überwachung des Waffenstillstands im Libanon ergänzen. Sie stellen das Rückgrat der 15.000 Mann starken internationalen UNIFIL-Truppe.

Deutscher Marineverband am Mittwoch auf Zypern erwartet

Der deutsche UNIFIL-Marineverband zur Sicherung der libanesischen Küste soll am Mittwoch Zypern erreichen. Die Schiffe liefen dann ihren Stützpunkt in Limassol an, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin mit. Voraussichtlich in der zweiten Oktoberwoche übernähmen die Deutschen das Kommando bei der Überwachung der Seewege von den Franzosen. Die Bundesmarine hatte vergangene Woche zwei Fregatten, vier Schnellbooten und zwei Versorgungsschiffen in Richtung Libanon entsandt. Der von den Deutschen geführte Marineverband soll Waffenschmuggel über See an die radikal-islamische Hisbollah verhindern.

Russland flog am Dienstag die ersten 150 Soldaten eines Pionierbataillons zu Wiederaufbauarbeiten in den Libanon geflogen. Eine Transportmaschine mit Material zur Reparatur von Brücken landete zu Mittag in Beirut. Bis zum Donnerstag sollen nach Angaben des Befehlshabers der russischen Luftstreitkräfte, General Wladimir Michailow, knapp 300 Soldaten und 130 Tonnen Ausrüstung in den Libanon befördert werden. Das Bataillon, das nicht in die UNO-Truppe eingegliedert wird, soll im Laufe von zwei Monaten sechs von Israel zerstörte Brücken wiederherstellen und mehrere Straßen instandsetzen.

Augenzeugen: Israelische Kampfflugzeuge über Libanon

Ungeachtet des Waffenstillstands flogen israelische Kampfflugzeuge am Dienstag über den Libanon. Mindestens zwei Jets seien aus Israel gekommen und hätten ihren Flug in nördlicher Richtung zur Mitte des Libanons fortgesetzt, sagten Augenzeugen. Die Flüge verletzen nach Ansicht des Libanons seine Souveränität und stellen einen Bruch der UNO-Resolution dar, die den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon beendete. Am Sonntag war die israelische Armee zweieinhalb Monate nach ihrem Einmarsch abgezogen. (APA/Reuters/dpa)

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