Jagdpächter erschoss Hund von Tiroler Landwirt

3. Oktober 2006, 17:37
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Collie-Mischling soll mehrfach Wild nachgestellt haben - Kritik vom Landesjägermeister

Innsbruck - Ein Jagdpächter sorgt in der Gemeinde Leutasch im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land für Unmut. Er erschoss den Hund eines Landwirtes. Der 54-Jährige begründete dies damit, dass der Collie-Mischling mehrfach Wild nachgestellt habe, wie die Polizei am Dienstag der APA erklärte. Das Verhalten stößt beim Landesjägermeister auf Kritik.

Zu dem Vorfall war es am Samstagnachmittag im alpinen Gelände gekommen. Der 13 Jahre alte Hund, der öfters alleine in der Umgebung umherstreift, schloss sich einer Wanderin an. Als sie auf zwei junge Männer traf, boten diese ihr an, den ihnen bekannten Hund mit ins Tal zu nehmen. In der Folge bemerkte der Jäger die Männer mit dem Collie. Er nahm den Hund an sich, um ihn angeblich seinem Besitzer zu übergeben.

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Kurz darauf vernahmen die Wanderer und die Frau, die sich nochmals begegneten, einen Schuss. Am Montag wurde das Tier dann in dem Waldbereich tot aufgefunden. Der Mischling fiel nach Angaben der Polizei nicht negativ auf. Auch der Landwirt gab an, dass sein Hund nie gewildert habe. Er erstatte gegen den Jagdpächter eine Anzeige.

Landesjägermeister Paul Steixner sagte im lokalen ORF-Radio, dass das Tier - auch wenn es zuvor tatsächlich gewildert haben sollte - nur auf frischer Tat erlegt werden dürfe. "Wir warten jetzt auf die Akten, dann wird sich eine Disziplinarkommission mit dem Fall beschäftigen. Die Höchststrafe in einem derartigen Fall wäre der Entzug der Jagdkarte für drei Jahre."

Die Polizei bat indes, dass sich die beiden unbekannten Männer, die den Hund zunächst mitgenommen hatten, melden. (APA)

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