Allianzen-Wechsel "kein Thema" - Partnerschaft mit russischer AiR Union

18. Oktober 2006, 10:56
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AUA bleibt bis auf weiteres in der Star Alliance - Ötsch: "Hürden für Wechsel zu hoch"

Wien - Die börsenotierte Austrian Airlines-Gruppe (AUA) bleibt Mitglied im weltweiten Luftfahrtbündnis Star Alliance um die Lufthansa (siehe unten). Zugleich hat die Gruppe mit den Gesellschaften Austrian, Lauda Air und Tyrolean/Austrian arrows jetzt eine strategische Partnerschaft mit dem russischen Luftfahrtbündnis AiR Union geschlossen. Ab Sommer 2007 wollen beide Gruppen enger kooperieren, erklärte AUA-Vorstand Josef Burger am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Meilenstein"

AiR Union soll von Samara und eventuell von Krasnojarsk via Moskau nach Wien fliegen, im Gegenzug bringt die Austrian-Gruppe Passagiere über Moskau in das Streckennetz von AiR Union. In einem unterfertigten Memorandum of Understanding räumen die beiden Partner einander einen bevorzugten Status ein. AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch sprach von einem "Meilenstein" in der von seinem Vorgänger Vagn Sörensen eingeleiteten "Focus East-Strategie".

Die Zusammenarbeit sieht Maßnahmen wie Flüge mit gemeinsamer Flugnummer ("Codeshare"), gegenseitig verkaufte Sitzplatzkontingente ("Blocked-Space Agreements") und "Prorate"-Vereinbarungen - die Aufteilung der Erträge auf gemeinsam durchgeführten Verbindungen - vor. Beide Partner erwarten sich daraus Kostenvorteile. Kapitalbeteiligungen sind derzeit nicht geplant. Eine allfällige Beteiligung an der bevorstehenden AUA-Kapitalerhöhung wollte AiR Union-Manager Peter Leonov auf Anfrage heute nicht ausschließen.

Fünf Airlines

AiR Union besteht aus den fünf russischen Fluggesellschaften Kras Air, Omskavia, Samara Airlines, Domodedovo Airlines und Sibaviatrans, die gemeinsam im Jahr 2005 3,2 Millionen Fluggäste beförderten. Mit zusammen mehr als 100 Flugzeugen ist AiR Union hinter der Aeroflot die zweitgrößte Luftfahrtgruppe Russlands. Der Umsatz lag 2005 bei 573 Mio. Euro.

Allianz-Wechsel "kein Thema"

Ein Wechsel der Luftfahrtallianz von der Star Alliance zu SkyTeam rund um die französische Air France sei "kein Thema". Man habe vor kurzem "routinemäßig" überprüft, "ob wir noch in der richtigen Allianz sind", sagte Ötsch. Ergebnis des "Allianz-Checks": "Wir bleiben in der Star Alliance und sind weiter ein verlässlicher Partner."

Er sei zwar kürzlich in Paris gewesen, aber anlässlich der Generalversammlung des Weltluftfahrtverbands IATA und nicht wegen eines Allianzwechsels, so Ötsch weiter. Die Zugehörigkeit zur Star Alliance werde in keiner Weise in Frage gestellt.

"Hürden zu hoch"

"Die Hürden für einen Wechsel sind zu hoch", erläuterte Ötsch. Die Kosten für einen Allianzwechsel werden in der Branche auf rund 100 Mio. Euro geschätzt. "Da müsste uns die Lufthansa so unsympathisch werden und die Air France auf einmal so lieb haben", hieß es. Den Kosten stehen auch Erträge aus dem so genannten "Interlining" - der Anerkennung von Flugtickets durch andere Fluggesellschaften - in dreistelliger Millionenhöhe gegenüber, sagte AUA-Vorstand Josef Burger.

Der Star Alliance gehören derzeit 18 Mitglieder - darunter Lufthansa, Swiss, United, US Airways, Thai, Singapore Airline, SAS, LOT, die japanische ANA, Air Canada, Varig oder Air New Zealand - sowie regionale Partner an. (APA)

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