Vivien Georgen: "EGB noch sehr männerdominiert"

3. Oktober 2006, 18:12
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ÖGB-Frauenkongress: Gleichstellung auf EU-Ebene soll voran getrieben werden - Csörgits als Vorsitzende wiedergewählt

Wien - Die Gleichstellung der Frauen müsse nicht nur in den einzelnen Nationalstaaten, sondern auch auf Ebene der EU und des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) vorangetrieben werden, stellte Vivien Georgen, Vorsitzende des Frauenausschusses des EGB, beim Kongress der ÖGB-Frauen am Dienstag im Wiener Austria Center klar.

In Vertretung von Frauenministerin Maria Rauch-Kallat begrüßten die ÖGB-Frauen als weiteren Ehrengast die ÖVP-Abgeordnete und Betriebsrätin Christine Marek. Sie setzte darauf, dass auch weiterhin viele Anliegen - unabhängig von der Regierungskonstellation - über die Fraktionsgrenzen hinweg von den Frauen gemeinsam in Angriff genommen werden.

Gleichstellung als Grundrecht

"Nicht nur der ÖGB, auch der EGB ist derzeit noch sehr männerdominiert", sagte Georgen in ihrer Begrüßungsbotschaft. Sie forderte die Frauen dazu auf, gemeinsam dafür zu kämpfen, dass zum EGB-Kongress im Jahr 2007 möglichst viele Frauen als Delegierte entsandt werden. Die neoliberale Politik, die Globalisierung bringe negative Folgen für viele Frauen. Gleichstellung sei innerhalb der EU nach wie vor nicht verwirklicht. Gleichstellung müsse ein Grundrecht der EU werden, im Verfassungsvertrag sei dies vorgesehen. Georgen: "Der Verfassungsvertrag wurde von zwei Ländern aus innenpolitischen Gründen abgelehnt. Es ist wichtig, dass der Vertrag wiederbelebt wird."

Christine Marek von der ÖVP befasste sich in ihrer Grußbotschaft mit der Zusammenarbeit der Frauenpolitikerinnen und Gewerkschafterinnen innerhalb Österreichs. Als gemeinsames Ziel über die Fraktionsgrenzen hinweg nannte Marek insbesondere das Schließen der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern.

Renate Csörgits wieder Vorsitzende

Im Rahmen des ÖGB-Frauenkongresses wurde auch das Präsidium der ÖGB-Frauen gewählt. Renate Csörgits, die für eine dritte Funktionsperiode als Vorsitzende kandidierte, wurde mit 78,71 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt. (red)

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