Märklin und Hornby Favoriten für LGB-Übernahme

25. Oktober 2006, 16:20
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Konkurrenten kämen am ehesten in Frage für Erwerb der Lehmann-Groß-Modellbahn - Für Finanzinvestoren Risiko zu hoch

Nürnberg - Die Konkurrenten Märklin oder Hornby sind nach Verbandseinschätzung die wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Übernahme des insolventen Herstellers der deutschen LGB-Modelleisenbahnen. Für Finanzinvestoren sei das Risiko zu hoch und die Rendite zu niedrig, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwaren- Industrie, Volker Schmid, der dpa. "Das Produkt ist zu kantig." Für Märklin dagegen wäre LGB eine Ergänzung der Programmpalette, Hornby habe viele weitere Modellbahnmarken im Angebot.

Das Ernst Paul Lehmann Patentwerk mit Sitz in Nürnberg-Altenfurt hatte in den 60er Jahren die Lehmann-Groß-Bahn (LGB) in der Spurweite G für draußen und drinnen entwickelt und ist eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer im Bereich der großspurigen Modellbahnen. Am 18. September stellte das angeschlagene Familienunternehmen einen Insolvenzantrag, nachdem die Banken die Kreditlinien gesperrt hatten.

Nicht viele Interessenten

"Ich glaube nicht, dass es viele Interessenten für LGB gibt", sagte der Verbandschef. Der Bau von Modelleisenbahnen erfordere großen technischen Sachverstand. "LGB-Bahnen sind glänzende Produkte", betonte Schmid.

"Hornby ist aus unserer Sicht ein ernstzunehmender Anwärter auf die LGB-Übernahme", erklärte Schmid. Das britische Traditionsunternehmen habe bereits ein "achtbares Kernsortiment" von Modellbahnmarken im Programm. "Aufregend" wäre auch ein Einstieg des Märklin-Eigentümers Kingsbridge. Die LGB-Spurweite "G" wäre die "perfekte Ergänzung" des bisherigen Märklin-Angebots. Denn die Schwaben feierten zwar mit den Spuren Z, N und H0 große Erfolge. Doch wegen LGB sei der Durchbruch in der Spur G ausgeblieben. (APA/dpa)

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