Busek gibt Schüssel Mitschuld an VP-Niederlage

5. Oktober 2006, 16:44
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Platter: "Nicht gelungen, Kanzlerfrage zuzuspitzen"

Wien - Der frühere VP-Chef Erhard Busek sieht die Niederlage seiner Partei bei der Nationalratswahl als selbst verschuldet an: "Wahrscheinlich ist die ÖVP auch an einer gewissen Abgehobenheit gescheitert", meint er im "Falter". Der ehemalige Vizekanzler übt auch namentlich Kritik an seinem Nachfolger Wolfgang Schüssel: "Es gab schon lange keine Regierungsumbildung mehr - und die Zeit frisst eben die Gesichter." Dafür sei Schüssel "leider dingfest zu machen".

Für die kommenden Regierungsverhandlungen mit der SPÖ prophezeit Busek, dass die Gespräche "schwieriger" würden als in den 90-er Jahren, da die ÖVP nunmehr fast gleich stark sei und sich daher eine andere psychologische Situation ergebe. Zur bevorstehenden Neuauflage der Großen Koalition meint Busek dann noch: "Ich glaube, dass diesmal alles noch mühseliger wird."

Platter: "Nicht gelungen, Kanzlerfrage zuzuspitzen"

Ernüchtert über die ÖVP-Verluste bei der Nationalratswahl hat sich Verteidigungsminister Günther Platter in der Dienstagausgabe der "Tiroler Tageszeitung" gezeigt. "Es ist der ÖVP nicht gelungen, die Kanzlerfrage zuzuspitzen", sagte er.

An diesem "enttäuschenden Ergebnis" gebe es nichts zu rütteln. Viele Wähler hätten wohl geglaubt, Wolfgang Schüssel werde ohnehin wieder Kanzler und Alfred Gusenbauer sei chancenlos, erklärte Platter. "Dass sich Rot-Grün ernsthaft ausgehen könnte, konnten wir ebenfalls nicht glaubwürdig transportieren", merkte er an.

Auf die Frage, ob er selbst Fehler gemacht habe, antwortete Platter, niemand sei fehlerlos. "Bei so einem Ergebnis muss jeder tief in sich selbst gehen. Von Schuldzuweisungen halte ich nichts."

Auch in der Heimatgemeinde von Platter - in Zams im Tiroler Oberland - musste die Volkspartei Verluste hinnehmen. Sie erreichte 51,8 Prozent, das bedeutet ein Minus von 2,2 Prozentpunkten. (APA)

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