VW: Porsche will Einfluss ausbauen

19. Oktober 2006, 13:14
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Sportwagen-Hersteller wartet für Aufstockung auf Sperrminorität noch auf grünes Licht der Kartellbehörden

Berlin/Stuttgart - Porsche will den Einfluss beim VW-Konzern weiter ausbauen. "Sobald die letzte Genehmigung der Kartellbehörden vorliegt, werden wir unseren Anteil auf 25,1 Prozent aufstocken", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedking dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). "Damit halten wir eine Sperrminorität, mit der man schon viel anfangen kann. Ob wir noch mehr Anteile und damit auch mehr Einfluss wollen, werden wir intern diskutieren."

Derzeit besitzt Porsche 21,2 Prozent der Aktien und ist damit größter Anteilseigner vor dem Land Niedersachsen, das 20,8 Prozent hält. Das VW-Gesetz begrenzt allerdings die Stimmrechte pro Einzelaktionär auf 20 Prozent. Der Porsche-Chef macht sich deshalb seit geraumer Zeit für ein schnelles Ende des Gesetzes stark. Gegen das 46 Jahre alte VW-Gesetz liegt vor dem Europäischen Gerichtshof eine Klage zur Entscheidung an.

Dem "Tagesspiegel" sagte der Chef des Sportwagenbauers, er sei mit den zuständigen Stellen in Brüssel und Berlin im Dialog, um eine Änderung des Gesetzes herbeizuführen. "Auf der letzten Hauptversammlung haben wir von unserem Anteil von 21,2 Prozent nur 20 Prozent als Stimmrechte in die Waagschale werfen dürfen. Das ist eine Form der Enteignung, die eindeutig gegen geltendes Recht verstößt. Dagegen wehren wir uns." Insgesamt 3,5 Mrd. Euro wird Porsche investiert haben, wenn das Unternehmen sein Aktienpaket auf 25,1 Prozent aufstockt. (APA/dpa)

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