Nicaragua will Kanal vom Pazifik zum Atlantik bauen

Redaktion, 31. Oktober 2006, 20:57

Als Konkurrenz zum Panama-Kanal - Projekt soll in zwölf Jahren abgeschlossen sein

Managua/Panama - Als Konkurrenz zum Panama-Kanal will Nicaragua eine Wasserstraße vom Pazifik zum Atlantik bauen. Das kündigte der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Enrique Bolanos, am Montag bei einer Konferenz der Vereidigungsminister der Staaten Amerikas in Managua an. Der Kanal soll Nicaragua auf einer Länge von 280 Kilometern durchqueren, 18 Milliarden Dollar (14,2 Mrd. Euro) kosten und in zwölf Jahren fertig gestellt sein. Durch diesen Kanal könnten Schiffe mit einer Größe von bis zu 250.000 Tonnen fahren.

Der Bau eines Kanals durch Nicaragua ist bereits in früheren Zeiten erwogen worden. Die Idee lebte wegen des zunehmenden internationalen Containerschiffsverkehrs wieder auf, da der nahe Panama-Kanal mit seinen derzeitigen Kapazitäten nicht mehr ausreicht. Am 22. Oktober soll dort die Bevölkerung über eine Erweiterung entscheiden, die über fünf Milliarden Dollar kosten wird und vor allem von Umweltschützern abgelehnt wird.

Unmittelbar nach der Ankündigung von Bolanos warnte Adolfo Ahumada, einer der Direktoren der panamaischen Kanalgesellschaft, vor einer Ablehnung des Erweiterungsprojektes. Dies werde zu einem Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung in Panama führen, sagte er am Montag vor der Presse in Panama-Stadt.(APA/dpa)

Adolf Ogi
00
5.10.2006, 10:28
Realisierbarkeit

In Nicaragua gibt es nicht einmal eine durchgehende Strasse von der Pazifikküste bis zur Karibikküste. Wie soll so ein Land so ein Wahnsinns-Mega-Projekt realisieren?
Entweder auf Ewigkeit bei der Weltbank verschulden, oder gleich alles den Halliburtons und Co. überlassen. Ob die Bevölkerung ausser massiver Umweltzerstörung und ein paar miesen Jobs als Schleusenwart irgend etwas davon haben wird, steht in den Sternen.
Ich halte das ganze für eine riesen Schnaps-Idee, bzw. einen vorgezogenen April-Scherz.

Adolf Ogi
00
5.10.2006, 10:22
folgende Probleme:

1. Der Kanal würde dem natürlichen Flusslauf des Rio San Juan folgen. Der müsste also komplett ausgebaggert und an den Ufern betoniert werden (mitten im Regenwald).

2. Vom Nicaragua-See zum Pazifik müsste ein mindestens 20 km langer künstlicher Kanal mit ca. 34 m Höhenunterschied gebaut werden - also sind wahrscheinlich mehrere Schleusen notwendig.

3. Bei jeder Durchfahrt fliesst Süsswasser durch die Schleusen Richtung Meer. Das beschränkt die Zahl der Schiffe (ausser man pumpt das Wasser wieder nach oben). Das ist auch in Panama eines der Hauptprobleme.

4. Der Rio San Juan ist gleichzeitig Grenzfluss zu Costa Rica, weshalb die auch zustimmen müssten und sicher mitverdienen wollen.

q triste
00
3.10.2006, 07:30
Konkurrenz

Ich denke, das dieses Projekt bestimmt für Nicaraguas Entwicklung bringen würde, zumindest für die Wirtschaft (man sieht ja an Panama, was der Kanal bewirkt)
nur,
Ist es notwendig wieder so viel Naturraum zu zerstören?

In Panama wäre nur eine dritte schleuse notwendig, aber...
die Bevölkerung ist demgegenüber sehr kritisch (da sie zur zeit allem, was die regierung machen will/macht kritisch ist) und die versprechen, womit die dritte schleuse beworben wird sind lächerlich (es werden geldzuschüsse an jede familie versprochen)

ich bin gespannt wer schneller ist!

froilein froilein
00
4.10.2006, 20:45
also grad in panama sieht man,

das der kanal absolut nichts, null, niente der bevölkerung bringt.
am kanal sind alle möglichen konsortien beteiligt, die den gewinn einstecken. und zwar diejenigen, die den bau finanziert haben. das wird auch in nicaragua nicht anders sein, weil das land den bau einfach nicht selber finanzieren wird können.
soviel ich weiss, soll panama ja auch erweitert werden, weil der kanal hoffnungsvoll überlaufen ist.

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